Wesertal ist bunt

Eine Bürgerinitiative wehrt sich gegen die Einnistung rechten Gedankenguts

SPD-Landtagsfraktion – Christina Schäfer

Ein deutschlandweit bekannter Neonazi zieht nach Wesertal. Die Nachricht spricht sich im Herbst 2020 schnell in der Gemeinde herum. Es handelt sich um den 66-jährigen Meinolf Schönborn.  Laut Medienberichten habe er im Ort eine Immobilie erworben.

Wir hier in Wesertal stehen für eine offene Gesellschaft, für Vielfalt, Toleranz und Respekt.

Dieses Haus wolle er nun zu einem Wohnheim für Rechtsextremisten ausbauen. Sofort formiert sich Widerstand in der Gemeinde. „Da hat er sich den falschen Ort ausgesucht“, sagt Oliver Ulloth,  Landtagsabgeordneter der SPD-Fraktion, zu dessen Wahlkreis die Gemeinde Wesertal gehört. Für die Bürgerinnen und Bürger von Wesertal ist klar, da muss man was machen. Sie wollen nicht  einfach zusehen, wie sich braunes Gedankengut ausbreitet und einnistet. Gemeinsam mit Oliver Ulloth und der SPD-Bundestagsabgeordneten Esther Dilcher gründen engagierte Bürgerinnen und  Bürger der Gemeinde den Verein „Wesertal ist bunt“.

„Wir hier in Wesertal stehen für eine offene Gesellschaft, für Vielfalt, Toleranz und Respekt. Wir bieten Nazis hier keinen Platz, ihre Ideologie zu verbreiten“, sagt Oliver Vogt, 1. Vorsitzender des  Vereins. Er ist auch stellv. OV-Vorsitzender der SPD Oedelsheim, eines Ortsteils der Gemeinde.

In ihrer ersten Aktion werden bunte Banner mit dem Vereinsnamen und Slogans für Offenheit und gegen rechts gedruckt. „Diese Banner haben wir noch vor Weihnachten 2020 in allen Ortsteilen  Wesertals aufgestellt“, sagt Oliver Ulloth. Ein besonders großes, buntes Banner mit der Botschaft „Kein Platz für Nazis“ steht direkt an der Zufahrtstraße des Hauses von Schönborn. „Jeder, der zu  ihm will, muss daran vorbei“, sagt die 2. Vereinsvorsitzende Silke Jordan. Mittlerweile seien schon Menschen in das Haus von Schönborn eingezogen, sagt sie. Doch es sei noch nicht viel von  ihnen zu sehen. Zusammenstöße von Rechten und Wesertalerinnen und Wesertalern habe es auch keine gegeben. „Das bleibt auch hoffentlich so. Wir bieten dieser Gesinnung in unserer  Gemeinde einfach keinen Raum“, sagt Jordan.

Der Verein Wesertal ist bunt e. V. initiiert Infoveranstaltungen über die rechten Umtriebe des neuen Mitbürgers, veranstaltet regelmäßig Events zur politischen Bildung und wirbt für eine offene  Gesellschaft und für Demokratie. Für das große Engagement wurde der Verein kürzlich mit dem Sonderpreis der Initiative „Offen für Vielfalt – Geschlossen gegen Ausgrenzung“ ausgezeichnet.  Die Initiative steht unter der Schirmherrschaft des Kasseler Regierungspräsidenten. Mehr Infos zum Verein unter www.wesertal-ist-bunt.de oder auf Facebook.