Noch nicht auf Kurs

Nach der Corona – Krise braucht der Frankfurter Flughafen politische Unterstützung

SPD-Landtagsfraktion – Marius Weiss

Corona hat die Luftverkehrswirtschaft besonders hart getroffen. Die Konnektivität des Frankfurter Hubs, eine seiner Stärken, hat im Vergleich eingebüßt. Es gilt jetzt, den Standort Frankfurt im globalen Wettbewerb wieder zu stärken und Wettbewerbsnachteile zu verhindern. Nur so können wir die Arbeitsplätze am Flughafen sichern. Durch Corona brach die Zahl der Flugbewegungen in einem noch nie gekannten Maße ein. Fraport und die Airlines bauten unter Kostendruck Personal ab. Außerdem wanderten Mitarbeiter in niedrig bezahlten Jobs freiwillig ab, weil ihnen das Kurzarbeitergeld nicht reichte. So schnell, wie der Verkehr stoppte, so schnell fährt er jetzt wieder hoch und die Neueinstellungen können nicht mithalten, was zu den bekannten Problemen für die Reisenden und die Wirtschaft führt. Diese Situation wird auch wohl noch eine Weile anhalten, auch wenn die Bundesregierung, anders als Schwarzgrün im Land, versucht zu helfen, wo es geht.

Vielleicht ist das endlich ein Weckruf für die Branche, die Arbeitsplätze am Flughafen bei den Bodenverkehrsdiensten, der Sicherheit und den Dienstleistungen so zu bezahlen, dass sie ein gutes Leben im teuren Rhein-Main-Gebiet ermöglichen. Die Tarifabschlüsse der letzten Tage gingen hier schon in eine richtige Richtung. Klar ist aber auch, dass die Kunden dies am Ende mit ihrem Ticketpreis bezahlen werden.

Wir müssen die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen zu setzen, dass der Frankfurter Flughafen gestärkt aus dieser Krise hervorkommen kann. Denn die nächste Herausforderung nach Corona wartet schon. Die Luftverkehrswirtschaft muss insgesamt fit gemacht werden für eine Transformation weg von fossilen Treibstoffen. Nur so kann der Flughafen Wachstumsmotor für die Wirtschaft und die Arbeitsplätze in Rhein-Main bleiben.