Digitale Wüsten

Foto von Bijan Kaffenberger

Hessische Schulen sind im Jahr 2022 immer noch digitale Wüsten. Fortschritte gibt es hier kaum. Zu diesem Schluss kam auch die Initiative D21, das größte gemeinnützige Netzwerk für digitale Gesellschaft in Deutschland, in der Studie „21st Century Schools“.

SPD-Landtagsfraktion – Bijan Kaffenberger

Die Ergebnisse für Hessen sind verheerend. Nur 56 Prozent der Schulen haben einen Internetzugang für die Schülerinnen und Schüler. Bei der Verfügbarkeit von Tablets an Schulen liegt Hessen auf dem letzten Platz. Wenn es um die allgemeine Zufriedenheit mit der digitalen Geräteausstattung geht, belegt Hessen den vorletzten Platz. Die Schülerinnen und Schüler laufen Gefahr, digital abgehängt zu werden, besonders dort, wo die Schulen bereits überlastet sind. Um alle Kinder mitzunehmen und Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten, müssen wir künftig die notwendigen digitalen Rahmenbedingungen schaffen. Das ist sozialdemokratische Digital-Bildungspolitik.

Jedem Kind muss der Zugang zu einem Tablet ermöglicht werden

Wir brauchen an hessischen Schulen endlich eine solide digitale Infrastruktur. Jedem Kind muss Zugang zu einem Tablet ermöglicht werden. Damit das dann auch genutzt werden kann, braucht es Glasfaser an jeder Schule und Smartboards oder Beamer. Ein Digital- Hausmeister stellt sicher, dass Lehrkräfte sich auf den Unterricht konzentrieren können. Ein gerechtes und modernes Bildungssystem braucht digital geschulte Lehrkräfte. Digitale Pädagogik und Didaktik müssen in der Lehrkräfteausbildung einen Platz bekommen. Nur so können Lehrkräfte zusammen mit anderen Institutionen wie dem Haus der Medienbildung Schülerinnen und Schülern umfassende Medienkompetenzen vermitteln.

Doch nicht nur an den Schulen für Kinder brauchen wir mehr digitale Geräte und Kompetenzen, auch in der Erwachsenenbildung sieht es in Hessen in Sachen Digitalisierung eher nach Flaute statt nach Aufwind aus. Die Teilnahme an Kursen darf nicht zur Voraussetzung haben, dass privat ein entsprechendes Endgerät vorhanden ist. So schließen wir diejenigen kategorisch von Bildung aus, die sich kein modernes Tablet, Notebook oder Handy leisten können. Das führt zu einer digitalen Spaltung. Die Einrichtungen der Erwachsenenbildung müssen für ihr digitales Angebot auch ausgestattet werden und deren Lehrkräfte die Möglichkeit bekommen, sich weiterzubilden.

Nur mit Hilfe dieser Maßnahmen schaffen wir es, dass alle Schülerinnen und Schüler von jung bis alt ihren Platz in der digitalen Gesellschaft finden und die Herausforderungen der Zukunft meistern können.