Schwangerenkonfliktberatungsstellen dürfen nicht auf Einbußen und Kosten sitzen gelassen werden

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Bild: Angelika Aschenbach

„Das Land Hessen muss in der Corona-Krise dringend die Schwangerenkonfliktberatungsstellen finanziell stärker unterstützen, um das Recht auf Beratung von Schwangeren zu gewährleisten“, fordert die frauenpolitische Sprecherin und stellvertretende Vorsitzende der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag, Lisa Gnadl.

Die SPD-Politikerin erläuterte, dass die Beratungsstellen üblicherweise zu 80 Prozent vom Land gefördert würden, während sie 20 Prozent ihrer Etats in Eigenleistung erwirtschafteten, beispielsweise durch Schulungen, Ausbildung und Spenden. „Die Corona-Pandemie führt jedoch für die Beratungsstellen zu einem erheblichen Wegfall der finanziellen Mittel aus Eigenleistungen“, so Gnadl. Zudem seien wegen der Corona-Krise bei den Schwangerenberatungsstellen Kosten für die Einrichtung einer Online- oder zusätzlichen Telefon-Beratung sowie die Einhaltung nötiger Hygiene-Maßnahmen entstanden.

Die SPD-Fraktion hatte gemeinsam mit den Freien Demokraten im Hessischen Landtag bereits in den Verhandlungen mit der schwarzgrünen Landesregierung um einen möglichen Nachtragshaushalt eine 100-prozentige Finanzierung der Schwangerenberatungsstellen gefordert. Dieser wurde jedoch von CDU und Grünen abgelehnt. Es sei auch unklar, ob die Landesregierung in ihrem Zwölf-Milliarden-Euro-Schattenhaushalt eine weitergehende finanzielle Förderung der Beratungsstellen vorgesehen habe, so Gnadl. Sie forderte eine umgehende Zusage des Landes zur vollständigen Förderung der Schwangerenberatungsstellen in der Corona-Krise.

„Wir dürfen die Schwangerenberatungsstellen in dieser Krisenzeit nicht mit ihren finanziellen Einbußen und Kosten und der gleichzeitigen Verpflichtung, den Rechtsanspruch auf Beratung aufrecht zu erhalten allein lassen. Die Schwangerenkonfliktberatungsstellen leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Frauen“, so Lisa Gnadl.