Gesundheitsministerium muss hessisches Hitzewarnsystem weiterentwickeln

Bild: Angelika Aschenbach

Der Klimawandel hat Auswirkungen auf den Alltag: Hitzewellen sorgen für Schwindel und Schwäche bei Senioren, Insekten übertragen Krankheiten, Hochwasser und Wirbelstürme richten enorme Schäden an – all das ist seit längerem Bekannt. Hessen hat deshalb 2004 erstmals ein Hitzewarnsystem eingeführt, damit insbesondere Alten- und Pflegeheime, Heime für Menschen mit Behinderungen sowie Krankenhäuser tagesaktuell vom Deutschen Wetterdienst aktuelle Wärmebelastungen informiert werden.

„Es ist gut, dass es das Hitzewarnsystem gibt, und dass es sich in den vergangenen Jahren etabliert hat“, erklärte die gesundheitspolitische Sprecherin Dr. Daniela Sommer dazu. Schade sei nur, dass das Ministerium seit mehreren Jahren wichtige Hinweise zur Weiterentwicklung des Systems ignoriere. Das Projekt „KLIMZUG (Klimawandel zukunftsfähig gestalten) Nordhessen“ der Universität Kassel habe Konzepte, Systematiken und Lehr- und Lernmodule zur Klimaangepassten Pflege entwickelt, die dem Ministerium seit 2013 vorliegen. Mit dem Qualitätssiegel und den entsprechenden Lernbriefen könnten Hilfestellungen für all die verschiedenen Extremwetterereignisse für Pflegedienste, Pflegeeinrichtungen, Alteneinrichtungen etc. als Notfallmanagement zur Verfügung gestellt werden.

„Es wäre schön gewesen, wenn das Ministerium diese Expertise genutzt und allen in der Pflege Tätigen, mit einer solchen Handreichung zur Seite gestanden hätten. Das Gegenteil ist der Fall: Bis heute hat die Universität Kassel keine Rückmeldung zu ihrer Anfrage aus dem Pflegereferat erhalten. Leider überrascht mich das wenig, denn das Pflegereferat wurde in den vergangenen Jahren ohnehin mehr als stiefmütterlich behandelt“, kritisierte Dr. Sommer. Sie hofft, dass sich dies nun mit neuer Führung ändere. „Wir müssen die Pflege in den Fokus setzen und endlich gute Rahmenbedingungen schaffen, genügend Personal gewinnen und Angebote nach Bedarf schaffen! Da kann sich das Ministerium nicht länger wegducken. Es ist fünf nach und nicht fünf vor zwölf“, erklärte Dr. Sommer mit Nachdruck.