Nancy Faeser: Aussage von Ismail Yozgat berührt den Ausschuss und gibt dem Leid der Hinterbliebenen ein Gesicht

Im NSU-Untersuchungsausschuss des Hessischen Landtags haben heute Ismail und Ayse Yozgat ausgesagt, die Eltern des 2006 in Kassel ermordeten Halit Yozgat. Seine Aussage diente nicht nur dazu, den zeitlichen Ablauf und die räumliche Situation zum Zeitpunkt des Mordes zu bestimmen, sondern auch, dem Leid der Hinterbliebenen ein Gesicht zu geben.

Die Obfrau der SPD im Untersuchungsausschuss Nancy Faeser stellte nach der Sitzung fest: „Ismail Yozgat hat eindrucksvoll die Situation geschildert, wie er seinen Sohn aufgefunden hat. Und er hat betont, was auch unsere Überzeugung ist: Dem ehemaligen Verfassungsschützer Andreas Temme, der zum Zeitpunkt der Tat in Halit Yozgats Internetcafé war, ist nicht zu glauben. In ihrer bewegenden Aussage haben Ismail und Asyse Yozgat uns außerdem vor Augen geführt, dass nichts den Schmerz der Eltern über den Verlust ihres Kindes lindern kann. Umso grausamer war es, dass die Ermittlungen die rechtsextremistischen Hintergründe der Tat zunächst nicht aufklären konnten und zeitweilig sogar die Familie Yozgat selbst zum Ziel hatten. Die Familie Yozgat hat heute ihr Leid in der Folge des viel zu lange ungeklärten Mordes an ihrem Sohn Halit mit dem Untersuchungsausschuss geteilt. Dafür bin ich Ismail und Asyse Yozgat sehr dankbar. Denn zur Aufklärungsarbeit des Ausschusses gehört es auch deutlich zu machen, dass wir hier nicht von einem anonymen Fall sprechen, sondern dass hinter jedem der unfassbaren NSU-Morde die Schicksale der Hinterbliebenen stehen, die den Rest ihres Lebens in Trauer über den Tod eines geliebten Menschen verbringen werden.“