Gerhard Merz: Wichtige Erkenntnisse für die Zukunft von Bildung in Hessen

Im Anschluss an die letzte Expertenanhörung der Enquetekommission „Kein Kind zurücklassen – Rahmenbedingungen, Chancen und Zukunft schulischer Bildung in Hessen“ des Hessischen Landtags zum Thema „Beschulung von Flüchtlingen“ äußert sich der SPD-Obmann Gerhard Merz optimistisch. „Die Experten konnten über die vergangenen zweieinhalb Jahre aufzeigen, wo die hessische Bildungspolitik steht und welche Veränderungen am drängendsten Not tun“, so Merz. So sei sehr deutlich geworden, dass die Durchlässigkeit an hessischen Schulen deutlich verbessert werden muss. Auch hinsichtlich des Ausbaus des Ganztagsbereichs, Integration und Inklusion besteht in Hessen Nachholbedarf.

Merz zeigt sich zufrieden, dass nicht nur Missstände untersucht und erkannt werden konnten, sondern dass von den angehörten Sachverständigen auch umfassend aufgezeigt wurde, wie bestimmten Problemen aus wissenschaftlicher und praxisnaher Sicht begegnet werden kann. „Es zeigen sich im Rahmen der Kommission zahlreiche Wege, wie die Chancengleichheit im hessischen Bildungssystem verbessert werden kann. So wurde zum Beispiel sehr deutlich, dass die Lehrerausbildung, aber auch der Lehrerweiterbildung enormen Einfluss auf die Zukunft schulischer Bildung und ihre Qualität hat. Der Bedarf an Reformen in diesem Bereich darf nicht ignoriert werden“, appelliert Merz.

„Die Bereiche Inklusion und Integration müssen von der Hessischen Landesregierung endlich gezielt vorangetrieben werden“, kritisiert der SPD-Obmann in der Enquetekommission. So bescheinigen die Experten dem Land Hessen dringenden Bedarf an Veränderung. Merz hofft, dass sich diese Erkenntnis der Enquetekommission auch zunehmend bei den Regierungsfraktionen durchsetzt. „Schulsozialarbeit ist notwendig und kein Luxus, der an einem Kostenvorbehalt scheitern darf“, so Merz. Multiprofessionelle Teams seien die einzige Möglichkeit den komplexen Problemen des hessischen Schulsystems zu begegnen.

Im Ergebnis steht für die SPD-Fraktion nach der letzten Anhörung der Enquetekommission fest, dass die Rahmenbedingungen des hessischen Bildungssystems weiterer Veränderung bedarf. „Hessen hat die Möglichkeit bildungspolitisch ein Vorreiter zu sein. Diese Chance wird viel zu häufig von der derzeitigen Landesregierung leichtfertig verspielt. Wir werden mit Hilfe der Erkenntnisse durch die Experten der Kommission auch in Zukunft gezielt Vorschläge erarbeiten und Ideen vortragen die das hessische Bildungssystem gerechter machen und für die Zukunft zu wappnen“, fasste der SPD-Obmann zusammen.

In der heutigen und letzten Anhörung hat sich die Kommission der Beschulung von Flüchtlingen gewidmet. Unterschiedliche Experten zeigten hier auf, welchen Einfluss die Sprache auf den Bildungserfolg von Schülerinnen und Schülern hat und welche Aufgaben sich hierdurch in Bezug auf Flüchtlinge im hessischen Bildungssystem ergeben. Hier müsse eine differenzierte Betrachtung erfolgen, die auch andere Faktoren von Integration berücksichtige, deshalb könne die Sprachproblematik nicht isoliert betrachtet werden. Auch wurde deutlich, dass eine eingeschränkte Bleibeperspektive jeglichen Bestrebungen zur Förderung der Bildung von Flüchtlingskindern zuwider läuft.