Thorsten Schäfer-Gümbel: Ein denkwürdiger Tag – dank „grüner“ Luftverkehrspolitik für 9,99 Euro nach Malle

Die Fraport AG und Ryanair haben heute mitgeteilt, dass der Low-Cost-Carrier ab März kommenden Jahres neue Strecken vom Frankfurter Flughafen aus bedienen wird. Die als ausgesprochen preissensibel bekannte Fluggesellschaft aus Irland bekommt von der Fraport AG offensichtlich erhebliche Gebührennachlässe eingeräumt. Die Gebühren der Flughafengesellschaft werden vom hessischen Wirtschaftsministerium geprüft und genehmigt.

Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der hessischen SPD, Thorsten Schäfer-Gümbel, sagte dazu am Mittwoch: „Bis heute war es für mich nicht vorstellbar, dass ausgerechnet der Grüne Tarek Al-Wazir einem Gebührenmodell für den Frankfurter Flughafen zustimmt, das dafür sorgt, dass man künftig für 9,99 Euro nach Mallorca fliegen kann.“

Schäfer-Gümbel stellte in Frage, ob die Fraport AG, die zweifellos in einem sehr harten Wettbewerb agieren müsse, mit dem neuen Geschäftsmodell „Billigflieger“ erfolgreich sein werde. „Ryanair ist bekannt dafür, die Konditionen mit den Flughäfen knallhart zu verhandeln. Deswegen kann ich mir im Augenblick nicht vorstellen, dass die Gesellschaft tatsächlich akzeptiert hat, dass ihre Gebührennachlässe in drei Jahren auslaufen“, so Schäfer-Gümbel. Der SPD-Vorsitzende mahnte außerdem an, dass der Flughafen Frankfurt seine Stammkunden unter den Airlines nicht mit Gebührennachlässen für einzelne Fluglinien verprelle. „Die erkennbare Verstimmung bei der Lufthansa über die Rabatte für Ryanair ist jedenfalls kein gutes Zeichen“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende.

Mit Blick auf die sehr unterschiedlichen Reaktionen der regierenden Koalitionsparteien CDU und Grüne bemerkte Schäfer-Gümbel: „Die CDU bejubelt, dass künftig Billig-Airlines am Flughafen Frankfurt Station machen. Die Grünen hingegen heulen und ätzen gegen Ryanair, die Fraport AG und ihren eigenen Koalitionspartner CDU. Der grüne Wirtschaftsminister genehmigt gleichzeitig das ganze Modell. Das ist ein denkwürdiger Tag, an dem sich die Regierung Bouffier zielsicher ins Abseits manövriert hat.“