Dr. Daniela Sommer: Hilfen im Vorfeld besser zugänglich machen und Bedarfe flächendeckend erkennen und decken!

In der Ersten Lesung wurde heute im Hessischen Landtag das Gesetz zur Regelung des Rechts der Hilfen und Unterbringung bei psychischen Krankheiten debattiert. Die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Dr. Daniela Sommer, sagte in der Debatte: „Im Psychisch-Krankengesetz muss oberstes Ziel sein, die Rahmenbedingungen für eine bedarfsgerechte psychiatrische Versorgung und Behandlung verbindlich sicherzustellen, sowie die Rechtsstellung psychisch kranker oder behinderter Personen zu stärken und ihnen ihre psychische und physische Integrität zu gewähren! Wir benötigen gerade in Zeiten der erhebliche Zunahme psychischer Erkrankungen zeitgemäße Rahmenvorgaben für eine moderne Prävention, Früherkennung, für die Organisation geeigneter Versorgungsstrukturen, die Vermittlung geeigneter Hilfen sowie der Unterstützung in Fragen jenseits der medizinischen Therapie, Rehabilitation und Begleitung chronisch Erkrankter durch das Land zu schaffen, um dem Leiden der Betroffenen so wirksam wie möglich zu begegnen“, sagte Dr. Sommer.

Das Gesetz bringe insgesamt eine rechtliche Stärkung und versuche Hilfen und Schutzmaßnahmen gesetzlich zu regeln. Sommer sieht allerdings noch Diskussionsbedarf bei den Planungskonferenzen, dem Informationsaustausch, beim fürsorglichen Zurückhalten, der Patientensicherheit im Sinne von Prävention von Gewalt und Zwang – also der Prämisse, dass Hilfen Vorrang vor Zwang haben.

Dr. Sommer plädierte dafür, dass die Soziotherapie und die Stärkung von Recovery- und Empowerment-Strategien grundsätzlich verankert werden müssten. „Damit können die gesunden Ressourcen des Patienten aktiviert und Selbsthilfe anregt werden, d.h. die Betroffenen sollen in möglichst kurzer Zeit befähigt, von fremder Hilfe unabhängig -sozial reintegriert – werden. Dazu braucht es ein gutes sozialpsychiatrisches Netzwerk, das vom Land unterstützt werden muss!“, so die SPD-Politikerin.