Nancy Faeser: Nach HNA-Bericht neue Fragen zu Kasseler Mord

Die innenpolitische Sprecherin der hessischen SPD-Landtagsfraktion und Obfrau im NSU-Untersuchungsausschuss, Nancy Faeser, hat die neueste HNA–Berichterstattung zur möglichen Anwesenheit von Beate Zschäpe 2006 in Kassel am Sonntag wie folgt kommentiert:

„Die Hinweise auf eine Anwesenheit von Beate Zschäpe 2006 in Kassel zeigen erneut, wie wichtig und notwendig Aufklärung im gesamten NSU-Komplex ist. Es sind eben noch lange nicht alle Fragen geklärt und der Fall "ausermittelt" wie CDU/Grüne lange Zeit behauptet haben. Das Gegenteil ist der Fall, wie zahlreiche Recherchen und Veröffentlichungen in der jüngeren Zeit zeigen. Sollten sich die Zeugenaussagen um eine mögliche Anwesenheit von Beate Zschäpe 2006 in Kassel bestätigen und diese vor dem Mord an Halit Yozgat liegen, wäre unbedingt zu klären, was Beate Zschäpe 2006 in Kassel gemacht hat. Dies könnte eine wichtige Spur für die Frage der Opferauswahl durch den NSU sein. Die Frage der Opferauswahl ist für die Angehörigen fundamental und bis heute absolut ungeklärt. Außerdem müsste auch die Rolle von Beate Zschäpe insgesamt überdacht werden. Wir erwarten vom Ausschussvorsitzenden des hessischen NSU-Untersuchungsausschuss, dass er unverzüglich mit dem Generalbundesanwalt Kontakt aufnimmt und in einem den Gerichtsprozess in München schützenden Verfahren klärt, ob und wie dem hessischen NSU-Untersuchungsausschuss diese Zeugenaussagen zur Verfügung gestellt werden können," so die SPD-Politikerin.