Dr. Daniela Sommer: Ärztliche Versorgung muss in unterversorgten und drohend unterversorgten Regionen gestärkt werden

Die aktuelle Berichterstattung über den drohenden Ärztemangel in ländlichen Gebieten in Hessen hat die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer wie folgt kommentiert:

„Es gibt mehr niedergelassene Medizinerinnen und Mediziner in Deutschland als je zuvor. Trotzdem herrscht in ländlichen Gebieten ein Mangel an Hausärztinnen, Hausärzten und Hausarztpraxen. Dieses Ungleichgewicht wird verstärkt, statt abgebaut. Es verfestigt sich, dass der Hausarztmangel in ländlichen Gebieten bei gleichzeitig stabilem Arztüberhang in den Städten zunimmt.

Durch verschiedene Fördermöglichkeiten, wie zum Beispiel einer Ansiedlungsförderung in Gebieten mit besonderem Versorgungsbedarf, sowie durch Kompetenzzentren zur Weiterbildung im Bereich der Allgemeinmedizin will die Landesregierung den Versorgungsengpass beheben. Die Förderinstrumente sind hier ein erster Schritt in die richtige Richtung. Neben den bereits bestehenden Förderinstrumenten müssen zudem die Universitäten dafür Sorge tragen, dass die Ausbildung von Allgemeinmedizinerinnen und Allgemeinmedizinern forciert werde, statt weiter auf Spezialisierung zu setzen.

Gleichzeitig ist es erforderlich die Entscheidung für eine ärztliche Niederlassung im ländlichen Raum beziehungsweise Praxisgründungen in unterversorgten oder drohend unterversorgten Planungsbereichen zu erleichtern, um auch in Zukunft eine flächendeckende und möglichst wohnortnahe medizinische Versorgung auf qualitativ hohem Niveau gewährleisten zu können

Hier ist es wichtig, dass das am 1. Januar 2007 in Kraft getretene Vertragsarztrechtsänderungsgesetz, das Kooperationsformen erleichtern und eine Flexibilisierung des ärztlichen Berufs bringen soll, voll auszuschöpfen. Die Möglichkeit der Anstellung von Vertragsärzten oder von Ärzten in einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) spielt dabei eine wichtige Rolle, zumal von Ärztinnen, die rund zwei Drittel aller Absolventen des medizinischen Hochschulstudiums ausmachen, ein solches Angestelltenverhältnis oftmals gewünscht wird.“