Karin Hartmann: Landesregierung nimmt Bädersterben nicht ernst

Die SPD-Landtagsabgeordnete Karin Hartmann hat die Antwort des hessischen Innenministeriums auf den Berichtsantrag ihrer Fraktion zum Thema Bädersterben in Hessen als „nicht zufriedenstellend“ bezeichnet. „Aus Sicht der SPD spiegeln die Antworten dem Verfassungsrang von Sport in der Verfassung und den Lehrplänen in keinster Weise wieder. Obwohl immer mehr kommunal betriebene Schwimmbäder schließen müssen, liegen der Hessischen Landesregierung offensichtlich keine belastbaren Daten darüber vor. Auch gibt es von Seiten des Innenministeriums hier keine Ideen, wie man der Problematik entgegentreten kann“, sagte Hartmann am Donnerstag in Wiesbaden.

„Wir wollten mit dem Berichtsantrag einen Überblick über die kommunalen und kommunal betriebenen Schwimmbäder gewinnen. Es ist bezeichnend, dass die Landesregierung selbst keine Informationen über die Schließung von Schwimmbädern hat. Die letzte Sportstättenstatistik durch das Statistische Landesamt wurde im Jahr 2000 erhoben. Daraus wird deutlich, wie unwichtig der Landesregierung, welche sich gerne mit der Bezeichnung ‚Sportland Hessen‘ schmückt, die Sportförderung ist“, so die SPD-Abgeordnete.

Zwar sei eine Bestandserhebung zu Bädern und Sportstätten durch das statistische Landesamt angekündigt worden, jedoch sei zu befürchten, dass auch im Fall des Bädersterbens die schwarz-grüne Landesregierung viel zu spät reagiert und die betroffenen Kommunen im Regen stehen lasse. Im Zweifel leiden am meisten diejenigen Kinder und Jugendliche unter geschlossenen Schwimmbädern, die aufgrund der Finanznot der Städte und Gemeinden und den daraus resultierenden Bäderschließungen keinen Schwimmunterricht mehr erhalten könnten und deren Eltern nicht selbstverständlich ihren Kindern das Schwimmen beibringen würden.
„Auch wenn aus der Antwort hervorgeht, dass Schwimmunterricht in Lehrplänen fest verankert ist und qualifizierte Lehrer zur Verfügung stehen, kann kein Schwimmunterricht erteilt werden, wenn keine Schwimmbäder vorhanden sind. Schwimmen kann man schließlich nicht auf dem Trockenen lernen“, so Hartmann.

Nach Aussage der SPD-Abgeordneten sei die Forderung des Präsidenten des Landessportbundes nach einer Schwimmbadumlage und einem Schwimmbadfonds des Landes nicht aufgegriffen worden. Nach wie vor bleibe die Hessische Landeregierung ein schlüssiges Konzept, wie dem Bädersterben in Hessen entgegen gewirkt werden könne, schuldig.