Dr. Daniela Sommer: Bildungswissenschaftler brauchen Perspektiven!

Die stellvertretende hochschulpolitische Sprecherin der hessischen SPD-Landtagsfraktion Dr. Daniela Sommer hat sich für eine Verbesserung der Berufschancen für Bildungswissenschaftler ausgesprochen. „In den Bildungswissenschaften werden derzeit viele Studierende ausgebildet. Die Absolventen kritisieren aber, dass sie keine Anstellung finden, da sie im Fachkraftkatalog nicht aufgeführt sind. In der Praxis finden gut qualifizierte Bildungswissenschaftler häufig keinen Zugang in den vorgezeichneten Arbeitsmarkt. Dabei werden gerade im Bildung- und Erziehungsbereich derzeit qualifizierte Kräfte gesucht! Hier wird eine Chance verschenkt“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Wiesbaden.

Nach Beendigung des Studiums Bachelor of Arts Bildungswissenschaften gebe es für die Absolventen nur begrenzte Beschäftigungsmöglichkeiten, weil in vielen pädagogischen Bereichen und für viele Projekte bisher nur Sozialpädagogen eingesetzt werden dürfen. Dies liege oftmals nicht an dem Willen der Einrichtung. Dort werde signalisiert, dass Interesse an einer Festeinstellung von Absolventen des Studiums Bachelor of Arts Bildungswissenschaften besteht, aber sie an Richtlinien gebunden seien, in denen Bildungswissenschaftler bisher unberücksichtigt sind.
Mit ihrem initiierten Berichtsantrag will Sommer die Landesregierung auf diese Problematik aufmerksam machen und hofft – gemeinsam mit vielen Absolventen, die derzeit immer wieder von Einrichtungen, aber auch vom Sozialministerium negative Antworten erhalten, auf eine Lösung, die allen – den Absolventen, den Einrichtungen und dem Fachkräfteengpass, hilft.

Hintergrund: Als Angebotsspektrum der grundständigen Studiengänge im Bereich Erziehungs-, Bildungswissenschaften wird auf der BerufeNet-Seite der Bundesagentur für Arbeit Bildungs- und Erziehungswissenschaft (Bachelor), Bildungswissenschaft (Bachelor), Bildung und Erziehung (Bachelor), Early Education (Bildung und Erziehung im Kindesalter) (Bachelor), Elementarpädagogik (Bachelor), Erziehungswissenschaft (Bachelor), Frühkindliche Bildung (Bachelor), Frühpädagogik (Leitung und Management von Kindertageseinrichtungen) (Bachelor), Pädagogik (Bachelor) sowie Pädagogik der Kindheit (Bachelor) genannt.

Bildungswissenschaftler, so heißt es ebenfalls in der Bewerbung des Studienganges, können in Behörden, Hochschulen, Betrieben, Verbänden, Familienbildungsstätten, Einrichtungen der außerschulischen Jugendbildung oder Rehabilitationszentren arbeiten. Tätigkeitsbereiche seien die Forschung oder die Lehre, organisationszentrierte Tätigkeiten sowie personenzentrierte Tätigkeiten wie Betreuen, Beraten oder Erziehen. Weitere Tätigkeitsfelder seien in der freien Wirtschaft in Form von Weiter- und Ausbildung, Organisationsentwicklung und Personalentwicklung vorzufinden. Ziel des Studienganges ist es, entsprechend vielfältige Tätigkeitsmöglichkeiten zu eröffnen und nicht geradewegs in abgegrenzte und etablierte Berufsfelder zu führen.