Heinz Lotz: Jagdverordnung muss gestoppt werden

Der jagdpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Heinz Lotz hat die Landesregierung angemahnt, das Verhältnis zwischen Jägern und Naturschützern nicht weiter unnötig zu belasten. Deshalb müsse die Jagdverordnung vorerst gestoppt werden. „Bevor nicht ein klärendes Gespräch zwischen Ministerium, Jägerschaft, Naturschutz und Landwirtschaft geführt wurde, macht es keinen Sinn, mit dem Kopf durch die Wand die Jagdverordnung durchsetzen zu wollen. Das Ministerium hat die Jäger zu Unrecht zu einem schießwütigen Haufen degradiert und völlig ignoriert, welche wichtige Rolle sie im Naturschutz spielen“, sagte Lotz am Mittwoch in Wiesbaden.

Verstärkt würde dieser Eindruck durch einen gestern eingereichten Antrag von CDU und Grüne, den Lotz als Bankrotterklärung der eigenen Jagdverordnung bezeichnete. „CDU und Grüne haben erkannt, dass sie einem Großteil der Jägerschaft Unrecht getan haben und rudern nun zurück. Erstaunlich ist, dass sie nun selbst fordern, die Neuerarbeitung der Verordnung nach modernsten Erkenntnissen zu gestalten – obwohl der Entwurf von ihnen selbst längst in Stein gemeißelt wurde. Für uns ist auch überhaupt nicht nachvollziehbar, weshalb Hessen mit seiner Neuordnung deutlich hinter die Nachbarländer Rheinland-Pfalz, Niedersachsen und Baden-Württemberg, davon zwei mit grüner Regierungsbeteiligung, zurückfällt“, so Lotz.

Auch das Verfahren an sich kritisierte der SPD-Abgeordnete. „Die schlechte Einbindung der Jägerschaft bei der Gestaltung der Verordnung macht den eigenen Koalitionsvertrag zur Farce, in dem von einer Kultur gesprochen wird, in der Mitgestalten als Freude empfunden wird. Das so die rund 23 000 hessischen Jägerinnen und Jäger und hessenweit 300 000 in Jagdgenossenschaften organisierten Menschen nicht „Hurra“ rufen, erklärt sich von selbst“, sagte der SPD-Abgeordnete.