Angelika Löber: WHO stuft Pflanzenschutzmittel Glyphosat als wahrscheinlich krebserregend ein

Die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Angelika Löber hat aufgrund einer von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen in Auftrag gegebenen Untersuchung nochmals auf die Gefährlichkeit des Pflanzenschutzmittels Glyphosat hingewiesen. Die Untersuchung belege, dass bei 16 stillenden Frauen aus der gesamten Bundesrepublik Deutschland erneut Rückstände des Pestizids Glyphosat in der Muttermilch festgestellt worden seien. Die nachgewiesenen Mengen pendelten zwischen 0,210 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter Milch und überschritten demnach die zugelassen Höchstgrenzwerte in Deutschland. Inzwischen halte auch das Krebsforschungsinstitut (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Glyphosat für wahrscheinlich krebserregend. „Bereits im September des vergangenen Jahres hat die SPD aufgrund gesundheitlicher Bedenken für den Menschen das Thema Glyphosat auf die Tagesordnung des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Hessischen Landtag gesetzt. Frau Ministerin Hinz hatte damals die Gelegenheit, die Gefahren von Glyphosat ernst zu nehmen und entsprechend zu handeln. Stattdessen verwies sie lediglich auf die Schlussfolgerungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung (BfR) und wollte zunächst weitere Untersuchungen über die gesundheitlichen Wirkungen von Glyphosat abwarten. Jenes Abwarten fordert nun seinen Tribut und muss ein Handeln zur Folge haben“, sagte Löber am Mittwoch in Wiesbaden.

„Für die SPD steht damals wie heute fest, dass jede noch so kleine Menge an Rückständen von Pestiziden in Lebensmitteln gefährlich ist, so lange ihre ernsthafte gesundheitliche Bedrohung für den Menschen nicht ausgeschlossen werden kann. Solange hier keine Entwarnung gegeben werden kann, muss die Anwendung von Glyphosat in der Bundesrepublik Deutschland untersagt werden“, so die SPD-Politikerin.

Glyphosat werde in Deutschland seit den 1970er Jahren in Pflanzenschutzmitteln verwendet. Aktuell seien 69 glyphosathaltige Pflanzenschutzmittel im Ackerbau in Deutschland zugelassen. Neben der Verwendung in der Landwirtschaft sei der Wirkstoff auch bei Pflanzenschutzmitteln im Haus- und Kleingartenbereich zugelassen.