Angelika Löber: Ökoaktionsplan ist in jetziger Ausgestaltung ein erster Schritt

Die verbraucherschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Angelika Löber, hält den Ökoaktionsplan der Landesregierung angesichts der Herausforderungen, denen sich der alternative Landbau zu stellen hat, für nicht ausreichend. „Zwar sind nach einem leichten Rückgang der ökologischen Erzeugerbetriebe auf insgesamt 1.747 im Jahr 2014, in den ersten Wochen dieses Jahres 120 neue Betriebe hinzugekommen und auch die von Bio-Bauern bewirtschaftete Nutzfläche ist auf 88.000 Hektar gestiegen", sagte die Abgeordnete am Donnerstag in Wiesbaden, „jedoch trägt dies der Nachfrage nach Produkten noch nicht ausreichend Rechnung.“

Nach einer im Statistik-Portal „Statista“ veröffentlichten Studie aus dem Jahr 2013 konsumiere die Hälfte aller Bundes¬bürger gelegentlich Bio-Produkte – Tendenz steigend. Gleichzeitig wies Löber aber auch auf die aktuellen Herausforderungen und wirtschaftlichen Probleme der Öko-Landwirte hin, die sich aufgrund verstärkter Billigimporte aus dem Ausland einem harten und teilweise unfairen Wettbewerb ausgesetzt sehen. „Wir müssen leider feststellen, dass die zum Teil hohen Anforderungen an deutsche Öko-Betriebe, der zunehmend harte internationale Wettbewerb und die zurzeit wenig vielversprechende Rendite aufgrund des Preisverfalls bei Bioprodukten dafür sorgt, dass einige Öko-Landwirte wieder auf die konventionelle Erzeugung von Lebensmitteln umstellen“, so Löber.

Hier gelte es, rechtzeitig und spürbar einzugreifen. „Der Bedarf, der nicht aus heimischer Produktion gedeckt werden kann, wird aus dem Ausland gedeckt, und leider auch nicht immer aus kontrollierbarem Anbau. Es gibt da immer wieder Mitläufer, die sich an den Bio-Trend anhängen, aber nicht unseren Anforderungen standhalten.“ Der Aktionsplan der Landesregierung müsse deshalb auf stabilere Füße gestellt werden, so die SPD-Abgeordnete. „Hier ist nicht Halbherzigkeit gefragt, die uns nicht weiterbringt, sondern beherztes Handeln.“