Lothar Quanz: Sprachförderkonzept „InteA“ für junge Zuwanderer ist unzureichend

Die Ankündigung der Landesregierung, ab dem nächsten Schuljahr mit dem Programm Integration und Abschluss („InteA“) auch zugewanderten jungen Menschen zwischen 16 und 18 Jahren den Schulbesuch an beruflichen Schulen zu ermöglichen, sei nach Ansicht des SPD-Landtagsabgeordneten Lothar Quanz wichtig und sinnvoll. „Flüchtlingskinder haben ein Recht auf Bildung, auch wenn sie die magische Schulpflichtgrenze überschritten haben. Die SPD hat nach der langen Ankündigung aber mehr erwartet als einen Schnellschuss. Das neue Konzept lässt viele Fragen offen. Die Sprachförderung in Intensivklassen, die es an allgemeinbildenden Schulen gibt, auf die beruflichen Schulen zu übertragen, reicht nicht aus. Ältere Schülerinnen und Schüler müssen neben dem Spracherwerb besonders intensiv sozialpädagogisch gefördert werden“, sagte Quanz am Dienstag in Wiesbaden.

Die Konzeption müsse deshalb auch mit entsprechenden Ressourcen unterfüttert werden. Ob die 150 Lehrer- sowie 26 Sozialpädagogikstellen, die aus der demografischen Rendite, das heißt dem vorhandenen Lehrkräftereservoir gefischt werden sollen, für die flächendeckende Einrichtung von Intensivklassen an 28 Standorten genügen werden, sei fraglich. 47 der künftigen Lehrkräfte absolvierten zurzeit eine Weiterbildungsmaßnahme und weitere 100 neue Lehrkräfte bis zum Schuljahresstart zu finden, sei angesichts des hohen Bedarfs bundesweit ungewiss. Die Umsetzung des Konzepts stecke offenbar noch in den Kinderschuhen.

Quanz wies darauf hin, dass bereits mit dem EU-Programm EIBE, das jetzt auslaufe, eine umfangreiche, unter anderem auch sprachliche, Förderung von zugewanderten Jugendlichen vorgesehen war.