Gerhard Merz: Wortreiche Anträge ersetzen keine Taten – mehr Dynamik bei der Entwicklung von Familienzentren notwendig

„Familienzentren sind ohne Zweifel innovative und nachhaltig wirksame Einrichtungen für eine gut vernetzte, lebenslagen- und gemeinwesenorientierte Sozial-, Jugend- und Familienpolitik. Deshalb ist es mehr als bedauerlich, dass die reale Entwicklung in Hessen – allen regelmäßig wiederkehrenden Jubelanträgen der Regierungskoalition zum Trotz – hinter den Notwendigkeiten eines bedarfs- und flächendeckenden Ausbaus solcher Strukturen in Hessen weit zurückbleibt“, sagte der sozial- und familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Merz in der Landtagsdebatte am Mittwoch in Wiesbaden.

„Die Zahlen zeigen ein eher ernüchterndes Bild“, so Merz. So sei die Zahl der geförderten Einrichtungen zwischen 2012 und 2015 von 98 über 104 im Jahr 2013 und 113 im Jahr 2014 auf nunmehr 121 nicht wirklich signifikant gestiegen. Angesichts von allein weit über 4000 Kinderbetreuungseinrichtungen, die grundsätzlich für eine Weiterentwicklung zu Familienzentren in Frage kämen, ergebe sich eine Quote von gerade einmal 3 Prozent. Das gleiche Bild zeige sich, wenn man die Zahl der erreichten Familien mit der Gesamtzahl der Familien in Hessen in Beziehung setze. Nach den vom Sozialministerium 2014 vorgelegten Zahlen nahmen 28.000 Familien die Dienstleistungen der bestehenden Familienzentren auf die eine oder andere Weise in Anspruch. Dem stehen alleine 895.000 Paare mit ledigen Kindern gegenüber, auch hier liege die Quote bei knapp über drei Prozent.

„Das ist einfach zu wenig und das geht einfach zu langsam voran, daran ändern auch noch so viele Begrüßungsanträge nichts. Benötigt werden nicht weitere Worte, sondern entschlossenes Handeln für eine neue Entwicklungsdynamik“, sagte Merz.