Gerhard Merz: Frühe Bildung braucht bundeseinheitliche Standards

Als Konsequenz aus der heutigen Sitzung der Enquetekommission hat der Obmann der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Merz die Einführung bundeseinheitlicher Standards für gute Frühpädagogik gefordert. „Die Anhörung hat gezeigt, dass neben der besseren Ausstattung der Einrichtungen eine bundesweite Angleichung der Betreuungsschlüssel auf hohem Niveau und die Verbesserung der mittelbar pädagogischen Arbeit, die von den Fachkräften zunehmend außerhalb ihrer Arbeitszeiten geleistet werden muss, notwendig ist“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Wiesbaden.

In der neunten Sitzung der von der SPD-Fraktion initiierten Enquetekommission „Kein Kind zurücklassen – Rahmenbedingungen, Chancen und Zukunft schulischer Bildung“ standen die Fragen, ob und wie frühkindliche Bildungsangebote gestaltet sein müssen und verbessert werden können, um Bildungsgerechtigkeit zu fördern und den Herausforderungen der Heterogenität der Kinder besser Rechnung zu tragen, im Mittelpunkt.

Dr. Nina Hogrebe, SPD-Sachverständige von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, machte deutlich, dass es zur Erreichung eines Mindestbildungsniveaus auf qualitativ hochwertige Angebote, eine „positive Diskriminierung“ benachteiligter Kinder und eine daran anknüpfende bedarfsorientierte Ressourcenverteilung ankomme. Erforderlich sei auch eine Gesamtstrategie, in die frühkindliche Angebote eingebunden werden müssten.

Die SPD-Fraktion unterstütze auch die Forderung der Experten nach Familienzentren und multidisziplinären Teams in den Einrichtungen. Die Sachverständigen stimmten überein, dass der notwendige Ausbau der Kindertagesbetreuung mit einer Qualitätsverbesserung von Bildung und Betreuung einhergehen muss.
„Frühe Bildung ist eine gesellschaftliche Aufgabe. Insbesondere bei der Aus- und Fortbildung der Fachkräfte und der Bereitstellung ausreichender Ressourcen müsse nachgearbeitet werden, um die pädagogische Qualität zu verbessern“, so Merz.