Tobias Eckert: Wer sich täuschen lassen wollte, wurde getäuscht – RP Gießen war offenbar willfähiger Helfer im Fall Woolrec

Der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias Eckert hat in der heutigen Klageerhebung der Staatsanwaltschaft Gießen gegen den ehemaligen Berater der Landesregierung Professor Stefan G. und den ehemaligen Chef der Firma Woolrec Edwin F. als Beleg für die Untätigkeit des Regierungspräsidiums Gießen gewertet. „Die Klageerhebungen werfen ein neuerlich trauriges Schlaglicht auf das Handeln der Verantwortlichen auf Seiten der Kontrollbehörden in den vergangenen Jahren. Mit der Schwere der Anklagepunkte gegen den Inhaber und den Mitentwickler des sogenannten Produktes Woolit wird unsere Sicht untermauert, dass dieses Handeln durch die Untätigkeit des Regierungspräsidiums Gießen erst ermöglicht wurde. Wer getäuscht werden wollte, der wurde getäuscht. Nachfragen, die offenkundig waren, wurden seitens der Aufsicht nicht gestellt. Die Klageerhebung ist ein weiterer Mosaikstein im katastrophalen Bild der Arbeit der Aufsichtsbehörde unter Regierungspräsident Dr. Wittek in den letzten Jahren“, sagte Eckert am Mittwoch in Wiesbaden.

Nach Presseveröffentlichungen hat die Staatsanwaltschaft Gießen gegen den als Gutachter tätigen Professor G. und den früheren Inhaber der Firma Woolrec F. in Braunfels- Tiefenbach Anklage wegen des vorsätzlichen unerlaubten Umganges mit Abfällen in besonders schweren Fällen erhoben. Die SPD-Landtagsfraktion habe in den vergangenen Jahren im Hessischen Landtag und dem Umweltausschuss erhebliche Arbeit in die Aufklärung des Handelns der Landesregierung im Falle Woolrec durch die nachgeordnete Behörde RP Gießen investiert. „Die Klageerhebung gibt erneut den Anwohnern in ihrer Einschätzung recht, dass in Braunfels- Tiefenbach auf kriminelle Art und Weise unter den Augen der Aufsichtsbehörde gearbeitet wurde, aber in Gießen will niemand etwas bemerkt haben. Das ist weder glaubwürdig noch weiterhin haltbar“, so der SPD-Landtagsabgeordnete.