Gerhard Merz: Antrag auf Entschädigung jetzt stellen – Frist endet zum Jahresende

Noch bis zum 31. Dezember 2014 können ehemalige Heimkinder, die in den Nachkriegsjahrzehnten in Heimen in Hessen oder den anderen alten Bundesländern untergebracht gewesen sind und Erniedrigungen, Misshandlungen oder Missbrauch ausgesetzt waren, einen Antrag auf Entschädigung stellen. Darauf hat der kinder- und familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Merz hingewiesen und alle Betroffenen aufgefordert, jetzt noch einen Antrag zu stellen, um ihre Ansprüche zu sichern.

„Wir möchten alle Betroffenen auffordern, von ihrem Recht auf Entschädigung Gebrauch zu machen. Dafür haben Bund, Länder und Kirchen gemeinsam den Fonds „Heimerziehung in der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren 1949 bis 1975“ eingerichtet. Um eine Entschädigung aus dem Fonds zu erhalten, ist es notwendig, sich bis zum 31. Dezember 2014 an die regionalen Anlauf- und Beratungsstellen zu wenden und dort einen Antrag zu stellen. Nur wer bis Ende des Jahres einen Entschädigungsantrag stellt, kann noch berücksichtigt werden“, erklärte Merz.

Ziel des Fonds sei es, allen, denen in Kinderheimen schweres Unrecht widerfahren sei und die oft heute noch mit den Folgen schwer zu kämpfen hätten, mit einer Entschädigungsleistung wenigstens eine materielle Wiedergutmachung zukommen zu lassen und die Folgen abzumildern, unter denen Betroffene noch heute litten.

Anträge auf Leistungen aus dem Fonds können von Betroffenen, die in Hessen wohnen, bis zum 31.12.2014 an die örtlichen Versorgungsämter gestellt werden. Für die Anmeldung genügt ein formloses Schreiben mit Namen und Kontaktdaten per E-Mail, Postkarte oder Brief. Man kann sich dort auch telefonisch oder persönlich in den Hessischen Versorgungsämtern registrieren lassen. Hier eine Liste der zuständigen Stellen:

•Versorgungsamt Kassel ist zuständig für die Stadt Kassel und Landkreise Kassel, Schwalm-Eder, Waldeck-Frankenberg, Werra-Meißner Kreis, (0561) 2099-219,

•Versorgungsamt Fulda ist zuständig für die Stadt Fulda und die Landkreise Fulda, Hersfeld-Rotenburg, Main Kinzig unter der (0661) 6207-312,

•Versorgungsamt Gießen ist zuständig für die Stadt Gießen und Landkreise Gießen, Marburg-Biedenkopf, Lahn-Dill, Vogelsberg, Wetterau unter (0641) 7936-312 oder 350

•Versorgungsamt Frankfurt ist zuständig für die Stadt Frankfurt und Landkreise Offenbach, Hochtaunus,
unter (069) 1567-225 oder 564,

•Versorgungsamt Wiesbaden ist zuständig für die Stadt Wiesbaden und Landkreise Limburg-Weilburg, Main-Taunus, Rheingau-Taunus unter der (0611) 7157-4150 oder 4201

•Versorgungsamt Darmstadt ist zuständig für die Stadt Darmstadt und Landkreise Bergstraße; Groß-Gerau, Odenwaldkreis, Darmstadt-Dieburg unter (06151) 738-204 oder 156)

oder kostenfrei unter der Bundesweit geschalteten Telefonnummer 0800/1004900 (Mo, Mi: 09:00 Uhr bis 14:00 Uhr, Di, Fr: 16:00 Uhr bis 21:00 Uhr, So: 15:00 Uhr bis 20:00 Uhr). Diese Informationen sind auch über das Internet abrufbar:

http://www.fonds-heimerziehung.de/beratungssuche/beratungssuche.html
Über den folgenden Link kann ein Kontaktformular für eine Anmeldung beim Fonds aufgerufen werden:

https://www.fonds-heimerziehung.de/no_cache/service/kontakt.htmlc12