Günter Rudolph: Ministerpräsident Bouffier lässt Irmer auch weiterhin gewähren

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph hat Ministerpräsident Bouffier für dessen Äußerungen in der aktuellen Printausgabe der Hessisch/Niedersächsischen Allgemeinen zur Causa Irmer „Ignoranz und Verharmlosung“ vorgeworfen und sieht die bereits gestern geäußerte Kritik an Ministerpräsident Bouffier bestätigt. „Herr Bouffier sieht in seinem Parteifreund auch nach dessen wiederholten Ausfällen gegenüber homosexuellen Menschen einen anerkannten Fachmann der Bildungspolitik. Auch folgt kein Wort des Bedauerns oder der Entschuldigung gegenüber den Betroffenen. Die Reaktion des CDU-Landesvorsitzenden zeigt wieder einmal dessen Angst vor Konsequenzen. Er traut sich schlicht und ergreifend nicht Herrn Irmer seinen Ämtern zu entbinden, weil er ihn für das Wählerpotential am rechten Rand braucht“, sagte Rudolph am Freitag in Wiesbaden.

Irmer hatte im Vorfeld gegenüber der Frankfurter Neuen Presse gesagt Homosexualität sei „nicht normal“. Diese Aussage hatte er im Nachgang als „missverständlich“ bezeichnet. „Anstatt sich zu entschuldigen, beklagt sich Herr Bouffier, dass die Aussagen Herrn Irmer selbst, aber auch die Partei stressen. Mit Verlaub gesagt: Wenn dieser Umstand die Hauptsorge und das Hauptproblem des Ministerpräsidenten bei der Thematik sind, dann zeigt er damit welches Geistes Kind er ist. Die permanenten Ausfälle und Beleidigungen des stellvertretenden Vorsitzendend und bildungspolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion werden von oberster Stelle geduldet. Die CDU toleriert damit auch weiterhin einen Hetzer gegen Minderheiten und Andersdenkende in ihren Reihen und zeigt damit, dass sie doch nicht so weltoffen und tolerant ist, wie sie den Menschen gerne glauben machen mag“, so der SPD-Politiker.