Gerhard Merz: Konstruktiver Auftakt – Zusammenhang von sozialer Herkunft und Bildungserfolg dargelegt

Als „konstruktiv“ hat der Obmann der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Merz die erste Arbeitssitzung der Enquetekommission Bildung bezeichnet, in der es heute um das Thema Schulsystem und sein Überschaubarkeit und Effizienz ging. „Die auf Vorschlag der SPD eingesetzte Enquete nimmt Fahrt auf, indem jetzt endlich die inhaltliche Arbeit mit den Stellungnahmen der Sachverständigen beginnt“, so Merz am Freitag in Wiesbaden.

Die Enquete diskutierte anhand eines 48 Fragen umfassenden Katalogs und unter Berücksichtigung empirischer Studien über Schulvielfalt, Chancengerechtigkeit und Selektion im Schulsystem. Dabei wurden erste Unterschiede zwischen den Sachverständigen von Regierung- und Oppositionsfraktionen deutlich. Hinsichtlich der Interpretation von Studien kritisierte Merz den Hang zur Rosinenpickerei bei den Befürwortern des bestehenden Schulsystems. „Sich auf einzelne Studien hier und da zu stützen, nur um die eigene Position zu untermauern, ist dürftig.“

Auch die Sachverständigen Prof. Franziska Perels von der Universität Saarbrücken sowie Prof. Eckhard Klieme vom Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) hätten die Notwendigkeit betont, unterschiedliche Studien und empirische Ergebnisse für fundierte Erkenntnisse über den Istzustand des hessischen Schulsystems und für Verbesserungen zu nutzen.

Die in der Kommission vorgestellten Vergleichsstudien belegten, dass gerade in Hessen ein deutlicher Zusammenhang von sozialer Herkunft und Leistung der Schüler festzustellen sei. „Die Frage der sozialen Herkunft dürfte eigentlich keine Rolle spielen, tut sie aber nach wie vor in Hessen“, so Merz. Auch Prof. Klieme habe die Notwendigkeit von Chancengleichheit und gesellschaftlicher Teilhabe als die zentrale Aufgabe für Bildungspolitik betont.