Lisa Gnadl: Benachteiligung von Frauen beim Gehalt ist nicht akzeptabel – gleicher Lohn für gleiche Arbeit gefordert

„In diesem Jahr sind es wieder einmal 22 Prozent Lohnunterschied zwischen Frauen und Männern. Das bedeutet, dass die Frauen 80 Tage länger im Jahr arbeiten müssen, um das gleiche Einkommen wie die Männer zu erreichen. Die Bundesrepublik bildet damit erneut eines der Schlusslichter in der Europäischen Union, in der Frauen im Durchschnitt 17 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen“, erläutert die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion im Hessischen Landtag Lisa Gnadl am Mittwoch in Wiesbaden zum „Equal Pay Day“ am 21. März.

2008 wurde der „Equal Pay Day“, der internationale Aktionstag für die Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen erstmals in Deutschland durchgeführt. Entstanden ist der „Tag für gleiche Bezahlung“ in den USA. Initiatorinnen waren die amerikanischen Business and Professional Women, die 1988 die „Red Purse Campaign“ ins Leben riefen, um auf die bestehende Lohnkluft hinzuweisen. Dieser Gedanke wurde in Deutschland aufgegriffen und mit der Initiative "Rote Tasche" – der Grundstein zur bundesweiten Einführung des „Equal Pay Day“ gelegt. Die roten Taschen stehen für die roten Zahlen in den Geldbörsen der Frauen.

Das diesjährige Motto „…und raus bist Du?“ weise auf eine gesellschaftspolitische Ursache für die bestehende Lohnlücke hin. „Immer noch bedeutet die Geburt eines Kindes für viele Frauen das Karriere-Aus. Sie unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit und kehren danach nicht selten in Minijobs oder geringer Teilzeit ins Berufsleben zurück. Was zunächst wie ein Weg zurück in den Arbeitsmarkt aussieht, erweist sich in vielen Fällen jedoch als berufliche Sackgasse. Aufstiegschancen bleiben langfristig versperrt, die Stundenlöhne sind meist niedriger und eine existenzsichernde Rente kann nicht aufgebaut werden. Altersarmut ist die Folge“, so Gnadl. Außerdem werden die sogenannten Frauenberufe traditionell schlechter bewertet und bezahlt.
Der „Equal Pay Day“ sei immer wieder notwendig, um die Debatte über die Gründe der Entgeltunterschiede zwischen Männern und Frauen in Deutschland in die Öffentlichkeit zu tragen, ein Bewusstsein für die Problematik zu schaffen, zu sensibilisieren und Entscheider/innen zu mobilisieren, damit Frauen und Männer für gleiche und gleichwertige Arbeit gleichen Lohn erhalten.

„Der Koalitionsvertrag auf Bundesebene macht deutlich, dass die bestehende Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen nicht zu akzeptieren ist. Die Entgeltdiskriminierung muss beseitigt werden. Dafür bedarf es endlich eines Entgeltgleichheitsgesetzes“, fordert die Gnadl abschließend.