Lisa Gnadl: Frauenpolitik bleibt Stiefkind – Hessen bleibt bisher hinter echter Gleichstellung zurück

Die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Lisa Gnadl hat zum 103. Jubiläum des Internationalen Frauentages am 8. März darauf hingewiesen, dass es zur echten Gleichstellung von Frauen nach wie vor einiger Bemühungen bedürfe. „Immer noch werden Frauen weltweit benachteiligt; auch nach so langer Zeit haben wir trotz rechtlicher Gleichstellung immer noch keine tatsächliche Gleichstellung in unserer Gesellschaft erreicht. Auch heute noch verdienen Frauen rund ein Viertel weniger als Männer, haben durch Niedriglöhne, Teilzeitarbeit, Hausarbeit, Erziehungs- und Pflegezeit oft unterbrochene Erwerbsbiographien und damit ein sehr viel höheres Armutsrisiko als Männer. Von einer gleichen Verteilung der Familienarbeit sei die deutsche Gesellschaft meilenweit entfernt. In den Führungsetagen der Universitäten, den Unternehmen und der Politik sind Frauen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Gewalt gegen Frauen ist Alltag und allgegenwärtig, sexistische Werbung verfolgt uns auf Schritt und Tritt“, sagte die SPD-Politikerin.

Dennoch sei bereits einiges erreicht. „Wir haben es der Anstrengung vieler Frauen zu verdanken, dass Frauen und Männer gleichberechtigter zusammenleben können. Vieles, was die Frauenbewegung im Laufe der Zeit erkämpft hat, gilt heute als selbstverständlich. Der Weltfrauentag ist eine gute Gelegenheit, um auf Missstände aufmerksam zu machen und wieder und wieder für Gleichberechtigung zu kämpfen“, erklärt die SPD-Abgeordnete. „In Hessen ist Gleichstellung dagegen in den letzten Jahren zu einer ‚Good Will Aktion‘ verkommen. Neben netten Worten muss Schwarz-Grün jetzt auch Taten folgen lassen. Die Einbringung eines wirksamen Hessischen Gleichberechtigungsgesetzes ist in diesem Jahr mehr als notwendig“, So Gnadl. Auch deswegen appelliert Gnadl, nicht nur, den 8. März dafür zu nutzen, sich für mehr Geschlechtergerechtigkeit zu engagieren, sondern täglich gegen geschlechterspezifische Diskriminierung anzukämpfen.

„Die SPD hat im Bund erreicht, dass das Entgeltgleichheitsgesetz, ein Mindestlohn von 8,50 Euro und die Frauenquote für Aufsichtsräte börsennotierter Unternehmen mit dem Koalitionsvertrag beschlossen wurden. Damit erhalten Frauen endlich existenzsichernde Beschäftigung, gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gleiche Aufstiegs- und Karrierechancen“, sagte die frauenpolitische Sprecherin.

Initiiert durch die deutsche Sozialistin Clara Zetkin, fand der erste Internationale Frauentag am 19. März 1911 in Deutschland, Dänemark, Österreich, der Schweiz und den USA statt. Zahlreiche Frauen beteiligten sich daran und forderten mit ihrem Protest zum Beispiel das Wahl- und Stimmrecht, die Einführung des Acht-Stunden-Arbeitstages, ausreichenden Mutter- und Kinderschutz, die Festsetzung gesetzlicher Mindestlöhne und gleichen Lohn bei gleicher Arbeitsleistung.