Thorsten Schäfer-Gümbel (SPD): Fritz Bauers Mut hat maßgeblich dazu beigetragen, die NS-Vergangenheit aufzuarbeiten

Der hessische Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel hat zum heutigen Jahrestag des Frankfurter Auschwitz-Prozesses dem damaligen hessischen Generalstaatsanwalt und Sozialdemokraten Fritz Bauer für seine Verdienste zur Abrechnung mit der NS-Vergangenheit seinen größten Respekt ausgesprochen. „Fritz Bauer stand wie nur wenige für die juristische Aufarbeitung der Nazi-Gräueltaten. Er war es, der die Täter von Auschwitz vor Gericht brachte. Er rüttelte ein Deutschland auf, das in der Adenauer-Zeit in bleierne Ruhe gefallen war. Während ehemalige Nationalsozialisten und SS-Leute wieder in Amt und Würden gekommen waren, nahm er mit seinen spektakulären Anklagen in Kauf, als wohl meistgehasster Staatsanwalt des Landes zu gelten. Sein Mut hat maßgeblich dazu beigetragen, die schreckliche deutsche Vergangenheit aufzuarbeiten“, sagte der SPD-Politiker am Freitag.

Fritz Bauer hatte 1959 durgesetzt, dass der Bundesgerichtshof die Strafsache gegen Auschwitz-Täter dem Landgericht Frankfurt am Main übertrug. Auf Anweisung des Sozialdemokraten leitete die Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen frühere SS-Kommandanten des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz ein. Der erste der Ausschwitzprozesse, die „Strafsache gegen Mulka u. a.“, wurde am 22. Dezember 1963 eröffnet.