Heike Habermann (SPD): Hort und Schule machen noch keine Ganztagsschule

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann hat den Grünen zugestimmt, dass es „zu wenige gute und verlässliche Betreuungsangebote für Grundschulkinder in Hessen“ gebe. „Kinder brauchen und Eltern wollen mehr Ganztagsschulen, bei denen Bildung und nicht Betreuung im Vordergrund steht. Der Bedarf ist riesig, das Angebot derzeit jedoch sehr übersichtlich: lediglich fünf echte Ganztagsgrundschulen im ganzen Land und nicht einmal ein Drittel Ganztagsgrundschulen in Angebotsform lösen bei Eltern keine Begeisterungsstürme, sondern reine Verzweiflung aus. Es ist notwendig, dass der Ausbau von Ganztagsgrundschulen schnell voranschreitet“, sagte Habermann am Donnerstag in Wiesbaden.

Das Konzept der Grünen, Hortplätze von den Kitas in Schulen zu verlagern und aus den Hortplätzen neue Krippenplätze zu machen, sei nicht neu und kaum besser als der nebulöse Nachmittagspakt, den die CDU verspreche. Die SPD bezweifle, dass die Kommunen alle Grund- in Ganztagsschulen umwandeln werden. „Bereits jetzt springen viele Kommunen, wie Hofheim oder Offenbach, für das Land in die Bresche und schaffen Ganztagsangebote für Grundschulkinder, können dem Bedarf aber nicht nachkommen. Angesichts knapper Kassen wird die Übernahme der Nachmittagskosten für die Betreuung von 14.30 Uhr bis 17.00 Uhr ein frommer Wunsch vielerorts bleiben“, so die Bildungsexpertin.

Die SPD lehne es daher ab, die Kommunen anteilig zu verpflichten. Der SPD-Vorschlag 500 Grundschulen in fünf Jahren in Ganztagsschulen umzuwandeln, sei die bessere Lösung. Die SPD wolle, dass Schulen die Rhythmisierung des Unterrichtsgeschehens und pädagogische Konzepte umsetzen können. Ein Nachmittagshortprogramm gebe dafür nicht genügend Raum, so Habermann. „Nicht alle auf einmal, aber möglichst viele Grundschulen müssen schrittweise ausgebaut werden“, sagte Habermann.