Timon Gremmels: Bouffier spielt auf Zeit – Erneuerbare Energien statt Frackingrausch verfallen

Timon Gremmels

„Jetzt wird klar, warum Schwarz-Gelb im Hessischen Landtag bis heute noch keinen eigenen Antrag zum Thema Fracking in Hessen eingebracht und stattdessen rot-grüne Initiativen immer niedergestimmt hat. Ministerpräsident Bouffier spielt auf Zeit und will nach der Landtagswahl Fracking offensichtlich auch in Hessen“, sagte der umwelt- und energiepolitische Sprecher der SPD-Landtagsabgeordnete Timon Gremmels am Montag in Wiesbaden zu einem heutigen Bericht von Welt-Online.

„Wenn Bouffier Fracking offensichtlich auch in Hessen nicht länger ausschließen will, soll er vor der Wahl sagen, wie und wo“, forderte der SPD-Umweltpolitiker. Der Vorstoß des Ministerpräsidenten sei auch ein Schlag in den Nacken seiner Umweltministerin, die sich in den vergangen Tagen noch dafür hat feiern lassen, Fracking in Nordhessen verhindert zu haben. „Ich frage mich allerdings, ob der Ministerpräsident die Gutachten seiner eigenen Landesverwaltung kennt. So hat das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) erst kürzlich festgestellt, dass Fracking in Nordhessen nur auf einer sehr kleinen Teilfläche möglich ist. Wir werden alles daran setzen, dass es kein Fracking gegen den nahezu einhelligen Willen aller Städte, Gemeinden und Kreise und überdeutlichen Mehrheit der Menschen gibt“, betonte Gremmels.

Die hessische SPD steht dem von Bouffier in Spiel gebrachten sogenannten Cleanfracking mehr als skeptisch gegenüber. „Wenn es ein Fracking jemals ohne giftige Chemikalien geben sollte, löst dies beispielsweise die Probleme mit dem hochgiftigen Lagerstättenwasser noch lange nicht“, so der SPD-Umweltpolitiker.

„Statt sich von dem aus den USA herüber schwappenden Fracking-Rausch anstecken zu lassen, sollte Bouffier nüchtern bleiben und seine Energie dafür nutzen, die auch in Hessen ins Stocken geratene Energiewende voranzubringen. Wir müssen nicht noch das letzte bisschen Erdgas mit unabsehbaren Folgen für Mensch und Umwelt aus der Erde quetschen, wenn die für Umwelt und Klima notwendigen Alternativen schon heute auf dem Tisch liegen.“