Gerhard Merz (SPD): Landesregierung muss praktische Fragen zur Lehrerausbildung klären

Der integrationspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Merz hat die Bekanntgabe der 27 Schulen, an denen zum Beginn des neuen Schuljahres ein bekenntnisorientierter islamischer Religionsunterricht erteilt werden wird, „als weiteren Schritt zur Umsetzung dieses bedeutenden Beitrags zur Gleichbehandlung aller Religionen“ begrüßt. „Gut, dass es nun endlich losgehen kann. Insbesondere bei der Frage der Lehrerausbildung sind noch einige praktische Fragen zu klären. Bei den im Schuljahr 2013/2014 eingesetzten Lehrerinnen und Lehrer handelt es sich um bereits im Schuldienst stehende Lehrkräfte, die ein Weiterbildungsangebot der Justus-Liebig-Universität Gießen in Anspruch genommen haben. Ob dies für das nun kommende Schuljahr eine sinnvolle Lösung darstellt, wird sich zeigen. Langfristig muss jedoch das Ziel sein, dass grundsätzlich die ebenfalls in Gießen angesiedelte grundständige Ausbildung in dem Studienfach Islamische Religionspädagogik Grundlage für die Lehrerausbildung im Bereich des islamischen Religionsunterrichts wird“, sagte Merz am Donnerstag in Wiesbaden.

Hier sei vor allem problematisch, dass das Fach nach wie vor die Bezeichnung „Islamische Religion/Ethik mit Schwerpunkt Islam“ trage. Diese habe offenbar daran gelegen, dass man bei Einrichtung des Studienfaches noch nicht sicher gewesen sei, ob es tatsächlich zur Einführung eines bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterrichts kommen werde. „Nun haben Studenten aus zwei Studienjahrgänge begonnen, ein Fach zu studieren, das sie später so gar nicht werden unterrichten können. Diese Studentinnen und Studenten erfüllen nicht zwangsläufig die Voraussetzungen, um eine Lehrbefugnis für einen bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht zu erhalten. Ihnen müssen Lösungswege aufgezeigt werden“, so der SPD-Politiker.

Im Raum stehe außerdem noch die Frage, wie die Referendarausbildung für diejenigen aussehen werde, die eine Lehrbefugnis erhalten können. „Da das Fach im Wintersemester 2011/2012 erstmals angeboten wurde, gibt es keine Ausbilder, die die Referendare in die Unterrichtung des Faches einführen können. Wie und in welchem Rahmen wird die Ausbildung stattfinden? Auch diese Frage gilt es noch zu klären. Wir sind daher sehr gespannt auf die weitere Entwicklung und werden den Prozess zur Einführung und Umsetzung des islamischen Religionsunterrichts auch künftig konstruktiv und kritisch begleiten“, sagte Merz.