Ernst-Ewald Roth (SPD): Hessen-FDP verdeutlicht erneut ihre Rückschrittlichkeit

Der integrationspolitische Sprecher hat es als „nicht überraschend, aber doch bedauerlich“ bezeichnet, dass die Hessen-FDP dem in diesem Fall richtigen Kurswechsel bei der doppelten Staatsbürgerschaft ihrer Bundespartei nicht folgen will. „Dass die Hessen-FDP ihrer Zeit weit hinterher hinkt, hat sie durch ihr Nein zur doppelten Staatsbürgerschaft und ihre Forderung zur Beibehaltung des Optionsmodells erneut verdeutlicht“, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag in Wiesbaden.

Die hessischen Liberalen hatten angekündigt, auf dem Bundesparteitag in Nürnberg am kommenden Wochenende eine entsprechende Passage aus dem Wahlprogramm der FDP streichen lassen zu wollen. „Dass gerade der hessische FDP-Vorsitzende, der bekanntermaßen auch Integrationsminister in Hessen ist, die Unsinnigkeit des Optionsmodells ignoriert und an diesem festhalten will, zeugt von offenkundiger Unkenntnis in seinem eigentlichen Fachbereich, der Integrationspolitik“, so Roth.

„Durch das Optionsmodell nötigt man junge Erwachsene zu einer Entscheidung, und dies, nachdem sie jahrelang mit zwei Staatsangehörigkeiten leben durften. Wollen sie Deutsche bleiben, müssen sie ihre zweite Staatsangehörigkeit aufgeben. Man zwingt sie, ihre kulturellen Wurzeln abzuschneiden. Dass dies nicht richtig sein kann, hat nun offensichtlich auch die Bundes-FDP erkannt. Dies kommt zwar spät, ist aber richtig. Schade, dass die Hessen-FDP an diesem Punkt noch nicht angekommen ist“, so Roth abschließend.