Gerhard Merz (SPD): Kindergärten müssen weiter verbindlich Mittagessen anbieten

Als inakzeptabel hat der familienpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Gerhard Merz die Pläne von Schwarz-Gelb bezeichnet, dass Kitas mit Öffnungszeiten von mehr als sechs Stunden nicht mehr verbindlich ein Mittagessen anbieten müssen. „Das ist eine Zumutung für Eltern, die sich darauf verlassen, dass ihre Kinder anständig betreut werden. Das umfasst selbstverständlich auch eine vernünftige gesunde Ernährung. Im Falle einer Betreuung über Mittag muss das selbstverständlich ein warmes Mittagessen sein. Im Übrigen ist das gemeinsame Mittagessen natürlich auch ein wesentliches Element der frühkindlichen Pädagogik und des sozialen Zusammenlebens in der Gruppe. An dieser Stelle wird durch das schwarz-gelbe KiföG ein bisher aus guten Gründen unabdingbarer Standard zur Disposition gestellt“, sagte der SPD-Politiker am Freitag zur Berichterstattung der BILD-Zeitung in Wiesbaden.

Dies sei ein weiterer Fall von Verschlechterungen der Qualität der frühkindlichen Bildung, die mit dem KiföG nach Auffassung praktisch der gesamten Fachöffentlichkeit zu erwarten seien. Merz begrüßte in diesem Zusammenhang auch das Abrücken des Hessischen Städte- und Gemeindebundes von seiner bisherigen bedingten Zustimmung zu dem Gesetz. „Die sowieso schon sehr überschaubare Zahl der KiföG-Fans bewegt sich damit zügig gegen Null“, so Merz. Bemerkenswert sei vor allem die Tatsache, dass sich der kommunale Spitzenverband klar hinter die Forderung nach gesetzlichen Standards zur Inklusion stelle. „In jedem Fall wird sich Schwarz-Gelb spätestens ab jetzt auch nicht mehr auf die Zustimmung der Kommunen berufen können“, sagte Merz.