Lisa Gnadl (SPD): Equal Pay Day 2013 ist kein Tag zum Feiern

Zum diesjährigen Equal Pay Day am 21. März hat die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Lisa Gnadl spürbare Verbesserungen bei der Bezahlungen von Frauen angemahnt. „Seit dem der Equal Pay Day in Deutschland erstmals vor fünf Jahren durchgeführt wurde, hat sich leider nicht viel verändert. Der vom statistischen Bundesamt veröffentlichte Entgeltunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt 22 Prozent. Das ist ein Armutszeugnis für ein reiches Industrieland. Wir müssen alles dafür tun, diese Diskriminierung von Frauen zu bekämpfen“, sagte Gnadl am Mittwoch in Wiesbaden.

Der Aktionstag in Deutschland markiere jenen Zeitraum, den Frauen über den Jahreswechsel hinaus länger arbeiten müssten, um auf das durchschnittliche Jahresgehalt von Männern zu kommen. Noch immer liege der auch als Gender Pay Gap bezeichnete Einkommensunterschied in Hessen sogar bei 25 Prozent. Noch immer sei der Einkommensunterschied zwischen den Geschlechtern in den neuen Bundesländern mit unter 10 Prozent am geringsten, da die Frauen dort häufiger Vollzeit arbeiten, mehr Führungspositionen innehaben und ihre Berufstätigkeit selten für längere Zeit unterbrechen.

„Die Ursachen für die Lohnlücke sind vielfältig. Sie sind aber nicht nur auf eine schlechtere Bezahlung frauendominierter Berufe, Teilzeitarbeit, Minijobs und Erwerbsunterbrechungen zurückzuführen. Frauen verdienen auch bei gleicher Arbeit weniger. Sie fehlen in den Entscheidungsgremien und können dadurch weniger auf die Lohnfindung einwirken. Auch deswegen brauchen wir die Einführung von Frauenquoten in der Privatwirtschaft. Die von CDU und FDP vielbeschworene Hoffnung auf freiwillige Angleichung der Einkommen durch die Unternehmen hat uns keinen Schritt weitergebracht. Das klappt beim Einkommen genauso wenig wie bei der Anstellung von Frauen in leitenden Positionen. Frauen nehmen durch Pflegezeiten, Teilzeitarbeit und Minijobs ohnehin immense Einkommensverluste im Laufe ihres Lebens hin. Das führt letztlich zu geringen Renten und Altersarmut“, sagte die SPD-Abgeordnete.