Heike Habermann (SPD): Welle der Rückkehrer größer als bisher bekannt

Als „deutlich größer als bisher bekannt“ hat die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann die Welle der Rückkehrer zur sechsjährigen Mittelstufe bei den hessischen Gymnasien bezeichnet. Dies habe die Beantwortung eines dringlichen Berichtsantrags der SPD-Fraktion durch die Landesregierung ergeben. „Neben den 50 Gymnasien, die zum kommenden Schuljahr mit einem G9-Angebot starten wollen, werden nämlich auch noch 26 Kooperative Gesamtschulen zu G9 zurückkehren. Damit erhöht sich die Zahl der Kooperativen Gesamtschulen mit G9 auf 85 von insgesamt 115 in ganz Hessen“, sagte Habermann am Donnerstag in Wiesbaden.

Damit seien dann insgesamt knapp 50 Prozent der gymnasialen Kapazitäten wieder bei einer sechsjährigen Mittelstufe. „Die Entwicklung, die wir nun erleben, ist eine wahre G8-Flucht. Insgesamt kann jedoch von einer Berücksichtigung des Elternwillens leider keine Rede sein. Im Grunde entscheiden die Schulen – die Eltern müssen nehmen, was da ist“, so die SPD-Politikerin. Dies gelte insbesondere für Stadt und Landkreis Kassel, die Städte Darmstadt, Offenbach, Groß-Gerau, Rüsselsheim, Wiesbaden sowie den Hochtaunuskreis. Hier habe sich kein Gymnasium auf den Weg zurück zu G9 gemacht.

„Allein in diesen acht Städten und Landkreisen sind über 5.500 Kinder pro Jahrgang betroffen, die damit keine Wahlmöglichkeiten haben. Ob die G9-Kapazitäten in anderen Regionen ausreichend sein werden, kann auch bezweifelt werden. Für uns bleibt es dabei: G8 war und ist ein Fehler und hat keinen Rückhalt in der Bevölkerung. Deswegen setzt sich die SPD auch weiterhin für eine generelle Rückkehr zur sechsjährigen Mittelstufe ein“, sagte Habermann.