Heike Habermann (SPD): Überwältigende Welle zurück zu G9 – Wahlfreiheit ist nicht eingelöst

Als „überwältigende Welle“ zurück zu G9 hat die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann den großen Rückkehrwillen der Gymnasien zur sechsjährigen Mittelstufe bezeichnet. Heute war bekannt geworden, dass rund 50 Prozent der Gymnasien schon ab dem kommenden Schuljahr 2013/2014 entsprechende G9-Angebote einrichten wollen. „Die Abstimmung mit den Füßen hat begonnen – das ist gar keine Frage. Das ist bei einer 90prozentigen Ablehnung von G8 in der Bevölkerung auch nicht überraschend. Deswegen bleibt die SPD dabei: Wir werden in der Regierungsverantwortung generell zur sechsjährigen Mittelstufe zurück kehren“, sagte die SPD-Politikerin am Freitag in Wiesbaden.

„Ganz offensichtlich war der Leidensdruck in den Schulen so groß, dass sie die Herausforderung beherzt angepackt haben. Denn einerseits mussten die Schulen de facto in wenigen Wochen G9-Konzepte entwickeln und die erforderlichen Beschlüsse vorbereiten und fassen und andererseits hat die Landesregierung keinerlei praktische Unterstützung für die Schulen geboten“, so Habermann.

Allerdings räche sich nun die Weiterung der Landesregierung, koordinierend und unterstützend bei dem Prozess der Rückkehr zu G9 mitzuwirken. „Deswegen haben wir einen Flickenteppich der Angebote und alles andere als eine echte Wahlfreiheit für Eltern. So wird in Kassel, Wiesbaden, Darmstadt und Offenbach offensichtlich kein einziges Gymnasium zurück zur sechsjährigen Mittelstufe gehen. Alleine damit ist ein erheblicher Teil der hessischen Eltern von G9 ausgeschlossen“, kritisierte Habermann. Nach Ansicht der SPD habe aber die Bewegung zu G9 erst begonnen. In vielen Schulen sei die Diskussion noch am Laufen und nur aus Zeitgründen bisher keine Rückkehrentscheidung getroffen.