Wolfgang Decker (SPD): Verlagerung von Arbeitsplätzen ist der falsche Weg

Anlässlich der heutigen Pressekonferenz des Betriebsrates von Vodafone mit den Landtagsfraktionen der SPD, GRÜNEN und der LINKEN erklärte der Betriebsrat zur geplanten Stellenverlagerung:

„Vodafone plant zum 01.04.2013 die Verlagerung von 395 Eschborner Mitarbeitern aus Technik, Verwaltung und Vertrieb nach Düsseldorf. Für die meisten der Betroffenen wird es nicht möglich sein, mit ihren Familien nach Nordrhein-Westfalen umzuziehen. Ihnen droht die Kündigung. Ein vom Betriebsrat-Vodafone bei dem renommierten Wirtschaftsprofessor Axel Wullenkord, Bochum, in Auftrag gegebenes Gutachten kommt zu dem Schluss, dass die Maßnahme mehrere Millionen Euro kostet und negative Auswirkungen auf das operative Geschäft hat, wenn die Geschäftsführung von Vodafone an den Plänen festhält. Der Arbeitgeber hat bis heute keine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit für die Pläne darstellen können – zumal es laut seiner Aussage nicht um Personalabbau geht.

Das Vorhaben ist nach Ansicht von Professor Wullenkord in vielen Punkten wenig logisch und konsequent. Der kommunizierte Zweck der Maßnahme ist fragwürdig. Den erhofften Einsparungen durch Umzug des Standorts in ein neues Gebäude und die Verlagerung eines Betriebsteils nach Düsseldorf stehen erheblich höhere betriebswirtschaftliche Risiken entgegen.

Der Betriebsrat will erreichen, dass Vodafone die unsinnigen Pläne vom Tisch nimmt und eine echte Zukunftsperspektive ohne Umzug und Abbau von Personal für den Standort Eschborn entwickelt.“

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Wolfgang Decker hat die weiterhin geplante Verlagerung von Arbeitsplätzen bei Vodafone vom Standort Eschborn nach Düsseldorf kritisiert. „Die Ankündigung des Unternehmens, ein neues Bürogebäude in Eschborn zu beziehen um damit nach eigenen Angaben den Standort stärken zu wollen, nützt den 395 Mitarbeitern, deren Stellen verlagert werden sollen, nicht viel. Bisher haben nur knapp 50 Beschäftigte einem Umzug nach Düsseldorf zugestimmt. Wir sehen uns dadurch in unserer Haltung bestätigt, dass ein Großteil das Beschäftigungsangebot aufgrund ihrer persönlichen Lebensumstände gar nicht annehmen kann. Die Verlagerung ist der falsche Weg. Die SPD steht auch weiterhin an der Seite der Beschäftigten und setzt sich dafür ein, dass eine Verlagerung der Arbeitsplätze noch abgewendet werden kann“, sagte Decker am Donnerstag in Wiesbaden.

Die Befürchtungen des Betriebsrates, dass es sich bei der Stellenverlagerung um einen versteckten Arbeitsplatzabbau handele, seien weiterhin gegeben und müsste auch ernst genommen werden. Die Entwicklung verdeutlicht, dass es eines Standortsicherungskonzepts für Eschborn beziehungsweise einen Zukunftssicherungstarifvertrags bedarf. „Wir bedauern, dass die Geschäftsleitung an ihren nicht nachvollziehbaren Verlagerungsplänen festhält und fordern einen tariflichen Sozialplan zur Unterstützung der Betroffenen. Wenn ein Unternehmen über drei Milliarden Euro Gewinn erzielt, dann ist es eigentlich eine Selbstverständlichkeit, seiner sozialen Verpflichtung nachzukommen“, so der SPD-Politiker.