Heike Habermann (SPD): Modellprojekt schnell in die Fläche bringen

Als „Entwicklung in die richtige Richtung“ hat die schulpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann das heute vorgestellte Modellprojekt Inklusion bezeichnet. „Wir freuen uns, dass sich anscheinend auch bei der Landesregierung inzwischen die Erkenntnis durchgesetzt hat, dass wir zukünftig mehr auf Heterogenität an Schulen setzen müssen. Das Modellprojekt, das die Inklusion von Kindern mit Beeinträchtigungen in Wiesbaden zur Regel machen will, spricht jedenfalls diese Sprache“, sagte Habermann am Freitag in Wiesbaden.

Ob die Umschichtung von Ressourcen aus der auslaufenden Franke-Schule allerdings hierfür ausreichend sei, sei mehr als fraglich. „Eine Doppelstruktur aus Inklusion in der Regelschule und dem Förderschulsystem wird mehr Mittel erfordern. Deswegen hat die SPD bei den letzten Haushaltsberatungen auch zusätzliche Mittel für Inklusion beantragt. Dies wurde aber von CDU und FDP abgelehnt“, sagte die SPD-Abgeordnete. Dies sei auch der Grund, warum nach wie vor der Ressourcenvorbehalt im hessischen Schulgesetz festgeschrieben sei.

Statt des Landes sei damit auch die Landeshauptstadt in die Pflicht eingetreten, mit insgesamt 15 zusätzlichen Stellen für Sozialarbeiter. Insbesondere im Zeichen des Schutzschirms könne dies aber mit Sicherheit nicht jeder Schulträger leisten. „Wichtig bleibt daher, dass das Land in eigener Verantwortung zusätzliches Personal bereit stellt und dass der Ressourcenvorbehalt im Schulgesetz gestrichen wird. Dann können sich auch mehr und mehr Schulträger dem Modellprojekt insgesamt anschließen. So kann es gelingen, beim Aufbau eines inklusiven Schulsystem einen großen Schritt weiter zu kommen“, so Habermann.