Wolfgang Decker (SPD): Den schönen Worten müssen endlich Taten folgen

Anlässlich des internationalen Tages der Menschen mit Behinderung hat der Sprecher für Menschen mit Behinderungen der SPD-Landtagsfraktion Wolfgang Decker verstärkte Anstrengungen bei der Integration von Menschen mit Behinderungen in Leben und Beruf gefordert. „Den schönen Worten, Hochglanzbroschüren und Informationsveranstaltungen müssen endlich konkrete Taten folgen. Was in anderen Ländern längst Normalität ist, muss auch in Hessen zur gelebten Praxis werden“, sagte Decker am Montag in Wiesbaden. Dass es in Hessen nach langem Hin und Her jetzt endlich auch einen Aktionsplan zur UN-Behindertenrechtskonvention gebe, sei zwar immerhin ein Schritt nach vorn. Aber dieser müsse nun auch schnellstens konkret umgesetzt werden. Andere Bundesländer, wie beispielsweise Rheinland-Pfalz, seien bereits erheblich weiter.

Gleichzeitig forderte Decker die Verbände und Interessenvertretungen der Menschen mit Behinderungen auf, intensiver als bisher in den Umsetzungsprozess einzubeziehen. „Wir teilen die Kritik der Verbände, dass dies bei der Erarbeitung des Aktionsplanes nur unzulänglich geschehen ist. Wir erwarten von der Landesregierung künftig eine andere Beteiligungskultur. Die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention kann nicht über die Köpfe der Betroffenen hinweg erfolgen“, so der SPD-Politiker.

Wie groß das Integrationsdefizit in Hessen noch sei, werde unter anderem an einem unzulänglichen Schulgesetz deutlich, dass bei der Integration von Kindern mit Behinderungen in Regelschulen noch erhebliche Defizite aufweise. Als „unzureichend“ bezeichnete der SPD-Abgeordnete auch die Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen auf dem ersten Arbeitsmarkt. „Hier gibt es Potentiale, die zu wenig genutzt werden. Deshalb fordern wir auch hier eine stärke Förderung, auch mit Blick auf den ansteigenden Fachkräftebedarf“, sagte Decker. Die SPD-Fraktion werde gegenüber der Landesregierung weiterhin auf verstärkte Integration pochen.