Lisa Gnadl (SPD): Guter Vorschlag der EU-Kommission zur Frauenquote – Minister Hahn hat zu früh „gejubelt“

Die frauenpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Lisa Gnadl hat die Zustimmung der EU-Kommission zum Gesetzentwurf von EU-Justizkommissarin Viviane Reding zur Einführung einer Frauenquote in Europas börsennotierten Unternehmen als wegweisend begrüßt. „Damit ist eine Hürde geschafft, Europaparlament und EU-Ministerrat müssen noch folgen“, sagte die SPD-Politikerin am Mittwoch in Wiesbaden.

Mit dem Gesetzentwurf solle festgelegt werden, dass bei rund 5000 börsennotierten Firmen in Europa bis 2020 40 Prozent der Posten in Aufsichtsräten von Frauen besetzt werden müssen.

„Hessens Europaminister Hahn hat eindeutig zu früh gejubelt, als er Widerstände in der EU-Kommission gegen das Vorhaben schon als Niederlage für die Frauenquote gewertet hat“, erklärte Gnadl. Offenkundig sei man in Brüssel klüger und wisse, dass die Zukunft ohne gleichberechtigte Teilhabe für Frauen in allen Ebenen nicht zu gestalten sei. „Wir brauchen die Erfahrungen und Kenntnisse von Frauen gerade auch in den Führungsebenen. Für freiwillige Lösungen war Zeit genug, die Unternehmen haben sie nicht genutzt. Daher muss die verpflichtende Quote kommen, damit Frauen ihre Chance bekommen“, so Gnadl.