Tobias Eckert (SPD): Gießener Regierungspräsident Lars Witteck (CDU) gesteht Fehler ein

Für den Fachsprecher der SPD-Landtagsfraktion, Tobias Eckert, steht seit der heutigen Umweltausschusssitzung in Wiesbaden zum Thema „Woolrec“ fest, dass „immer deutlicher wird, dass in Tiefenbach eine Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung bestehen könnte“.

Der Gießener Regierungspräsident Dr. Lars Witteck habe angegeben, seine Behörde habe sich „bemüht zu kontrollieren“, er könne aber „nicht ausschließen, dass Auflagen nicht beachtet werden“. Er teilte mit, dass Betriebsprüfungen keineswegs immer unangekündigt durchgeführt wurden, sondern es neun angemeldete Prüfungen gegeben habe.

„So wurde bestätigt, dass behördliche Auflagen von der Firma nicht erfüllt worden sind. Die geforderte Einhausung eines Produktionsbereiches besteht noch nicht, ebenso wenig eine Schleuse zur Verhinderung von Umgebungskontamination.“ Eckert hält das für nicht hinnehmbar. „Es geht um die Gesundheit der Anwohner, da dürfen solche Erkenntnisse nicht achselzuckend hingenommen werden.“

Darüber hinaus sei trotz aller Prüfungen über längere Zeit nicht entdeckt worden, dass die Firma die verwendete Rezeptur des Produktes Woolit ungenehmigt geändert hatte. Das indirekte Eingeständnis des Regierungspräsidenten, dass es im Nachhinein ein Fehler gewesen sei, dem Gutachter des Verfahrens zu vertrauen, der das Verfahren selbst entwickelt hat, sei „symptomatisch für den gesamten Vorgang“, sagte der SPD-Politiker.