Heike Hofmann (SPD): Fluchtversuch eines Gefangenen der JVA Schwalmstadt wirft viele Fragen auf

„Erheblichen Aufklärungsbedarf" sieht die rechts- und justizvollzugspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Hofmann im Fall des Fluchtversuchs eines 51 –jährigen Häftlings, der am Mittwoch mittels eines Gabelstaplers aus der JVA Schwalmstadt entweichen wollte.

Laut Berichterstattung der HNA hatte der Häftling die gescheiterte Flucht genauestens geplant. Demnach wollte er über ein Dach eines Gefängnisgebäudes fliehen. Neben einem Tor, an dem er bereits die Bolzen gelöst hatte, entdeckten Beamte Holzpaletten, über die der Häftling mit Hilfe des Gabelstaplers auf das Dach eines Werkstattgebäudes gelangen wollte. Das Abseilen vom Dach sollte ein aus Wäschesäcken zusammengeknüpftes Seil erleichtern, für das Überwinden des Zaunes hatte er sich Steigeisen angefertigt und vor dem Stacheldraht sollten Handschuhe schützen. Der Häftling ist laut Berichterstattung der Komplize der spektakulären Flucht aus der JVA Schwalmstadt vor 19 Jahren. Damals hatte er mit einem Panzer das Gefängnistor der Anstalt niedergewalzt und einen Mörder befreit.
„Es werden eine Reihe von Fragen aufgeworfen, wenn ein Gefangener, der bereits an einer Flucht und weiteren Fluchtversuchen beteiligt war, eine solche erneut planen konnte. Wie konnte eine so detaillierte Vorbereitung gelingen, wieso unterlag der Häftling als ‚Wiederholungstäter‘ nicht einem strengeren Sicherungskonzept?“, fragte die SPD-Politikerin.

Allein durch die besondere Aufmerksamkeit der anwesenden JVA- Beamten konnte der Fluchtversuch vereitelt werden, ihnen gilt besonderer Dank, so Hofmann.

„Das Justizministerium ist aufgefordert, in der Sitzung des Unterausschusses Justizvollzug nächsten Mittwoch zu diesem Vorfall konkret Stellung zu beziehen“, forderte die Rechtspolitikerin.