Gerhard Merz (SPD): Diskriminierung erschwert Identifizierung mit der Kultur des Landes

„Die Diskriminierung von Muslimen aufgrund ihrer Religion erschwert die Identifizierung mit der Kultur des Landes, in dem sie leben, und erhöht außerdem die Wahrscheinlichkeit der Radikalisierung“, diese Schlussfolgerung aus der vom BMI in Auftrag gegebenen Studie „Lebenswelten junger Muslime in Deutschland“, die in der heutigen Sitzung der Enquetekommission Migration & Integration auf dem Hessentag behandelt wurde, hob der integrationspolitische Sprecher der SPD- Fraktion Gerhard Merz im Anschluss an die Sitzung hervor.

„Die Religiosität ist für viele ein wichtiger Bestandteil Ihrer Herkunft und Identität. Dass diese auch in Deutschland weiter gelebt werden kann, ist wichtig für eine gelingende Integration“ so Merz. „Restriktive Maßnahmen wie Kopftuch- oder Minarettverbot sind daher kontraproduktiv und stärken die Falschen. Auch dies geht aus der Studie hervor.“ Wichtig seien daher laut Studie Initiativen, die den Aufbau einer positiven, bikulturellen Identität erleichterten, also nicht nur eine positive Orientierung zur Aufnahmekultur ermöglichen, sondern eben auch Raum für eine positive Bindung an die Herkunftskultur und -religion geben. Auch sei es, so eine weitere Konsequenz der Autoren der Studie, wichtig, die Partizipationsmöglichkeiten von Muslimen zu fördern.

„Dies sind Ansätze, die auch wir als SPD-Fraktion verfolgen, was auch durch die parlamentarische Arbeit der SPD dokumentiert ist“, so Merz. „Von Bedeutung ist hier vor allem das klare Ja der SPD- Fraktion zu einer Einführung des bekenntnisorientierten islamischen Religionsunterricht und zur Einführung der doppelten Staatsbürgerschaft aber auch unsere Initiative zur Erweiterung der Beteiligungsrechte der Ausländerbeiräte in der HGO“, so Merz.

„Wir würden es sehr begrüßen, wenn auch die Regierungsfraktionen die von den Autoren der Studie gezogenen Schlussfolgerungen ernst nehmen und ihre Politik hiernach ausrichten würden“, so der Integrationsexperte.