Günter Rudolph (SPD): Warum setzt Landtag 70-Jährige Mitarbeiterinnen vor die Tür?

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Landtagsfraktion Günter Rudolph hat die heute durch einen Artikel im Wiesbadener Tagblatt bekanntgewordene Kündigungswelle gegen Honorarkräfte des Hessischen Landtages ab dem 70. Lebensjahr als „klassischen Fall von Altersdiskriminiserung“ bezeichnet. „Wir verstehen nicht, auf welcher Basis die Landtagsverwaltung diese Entscheidung getroffen hat. Viele Menschen mit 70 und darüber hinaus sind leistungsfähig und leistungswillig. Warum sollen sie nicht beispielsweise Gäste durch den Landtag führen dürfen? Ihr Fachwissen ist doch enorm“, sagte Rudolph. Laut Medienbericht hatte der Hessische Landtag insgesamt sechs Honorarkräfte zum Jahresbeginn entlassen, weil sie die Altersgrenze von 70 überschritten hatten.

„Sicherlich muss man bei älteren Mitarbeitern auch darauf achten, dass sie körperlich ihre Funktion ohne Einschränkungen erfüllen können. Dies macht sich aber nicht an einem Datum fest“, sagte Rudolph. Es sei schlicht abenteuerlich, einfach zu entscheiden, dass alle Honorarkräfte ab dem 70. Lebensjahr nicht mehr tauglich für ihren Job seien. „Damit schert die Landtagsverwaltung alle Mitarbeiter über einen Kamm. Das wird den Menschen einfach nicht gerecht und diskriminiert sie auf der bloßen Grundlage ihres Alters“, so Rudolph. Er kündigte an, das Thema in der nächsten Sitzung des Landtagspräsidiums zur Sprache zu bringen.