Ernst-Ewald Roth (SPD): Ausbildungsbereitschaft der Betriebe geht zurück

Der ausbildungspolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion hat sich kritisch zum sinkenden Engagement der Betriebe in Sachen Ausbildung geäußert. „Wenn die in der Süddeutschen Zeitung gemachten Angaben zum Berufsbildungsbericht 2012 zutreffend sind, haben wir ein großes Problem. In Zeiten, in den wir auf einen eklatanten Fachkräftemangel zugehen, können wir es uns nicht leisten, dass die Quote der ausbildenden Betriebe sinkt, obwohl genügend ausbildungsfähige Jugendliche vorhanden sind,“ sagte Roth.

Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, dass laut des jüngsten Berufsbildungsberichts ausbildende Betrieben von 23,5 Prozent in 2009 auf 22,5 Prozent im Jahr 2010 zurückgegangen sei. Die Zahlen beruhen auf Angaben der Bundesagentur für Arbeit, die 2009 noch 485.000 Betriebe mit mindestens einem Auszubildenden registrierte, während es 2010 nur noch 470.000 Betriebe waren.

„Die Zahl der jungen Menschen, die sich in Warteschleifen wie etwa berufsvorbereitenden Maßnahmen, Praktika oder ähnlichem befinden, aber im Prinzip ausbildungsfähig sind, ist nach wie vor sehr hoch. Wer jetzt als Betrieb nicht die Initiative ergreift und diesen jungen Menschen eine Perspektive bietet, der darf sich in ein paar Jahren nicht über den Fachkräftemangel beschweren. Es müssen auch die jungen Menschen eine Chance bekommen, die nicht absolut ins gesuchte Profil passen. Davon profitieren Betriebe und junge Menschen gleicher Maßen“, sagte Roth.

„Wenn Ausbildungspakte auf Bundesebene und Landesebene ihren Namen verdienen wollen, sind jetzt größere Anstrengungen von Regierungsseite im Bund und im Land Hessen notwendig, um die Betriebe an die selbst gewählte Verantwortung zu erinnern. Wir Sozialdemokraten stehen zur dualen Ausbildung. Es ist aber notwendig, dass die Betriebe ihren Teil an dieser Aufgabe erfüllen“, so Roth.