Logistikexperte bestätigt SPD-Position: Cargo braucht in Frankfurt keine Nachtflüge

Die hessische SPD-Landtagsfraktion hat sich am Dienstag bei einer öffentlichen Fraktionssitzung mit dem Logisitikexperten Professor Richard Vahrenkamp von der Universität Kassel über die Auswirkungen des Nachtflugverbots auf den Frachtbereich des Frankfurter Flughafens informiert. „Die Untersuchungen von Professor Vahrenkamp bestätigen unsere These, dass die in der Nacht zu bewegende Fracht auch auf den Flughafen Hahn ausweichen kann“, sagte der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel bei der Sitzung in Wiesbaden. „Eine kluge Kooperation mit Flughäfen in schwächer besiedelten Gebieten ist sinnvoll und machbar.“ Der SPD-Politiker bekräftigte, dass gerade die Lufthansa Cargo ein wichtiges und innovatives Unternehmen sei, das die Herausforderung des Nachtflugverbotes meistern werde.

„Es wäre etwa für Lufthansa Cargo kein unlösbares Problem, die dringend in der Nacht durchzuführenden Cargoflüge auf den Flughafen Hahn umzudirigieren“, sagte Professor Richard Vahrenkamp. Das sei Ergebnis seiner Untersuchungen. Dies liege besonders daran, dass die zeitsensible Expressfracht für den Frankfurter Flughafen keine maßgebliche Rolle spiele, sondern insbesondere von den Flughäfen Köln/Bonn und Halle/Leipzig übernommen werde. Auch die Bedenken eines höheren LKW-Aufkommens – Fracht müsste bei der Nutzung Hahns zum Teil per Lastwagen von Frankfurt in den Hunsrück transportiert werden – sei nur bedingt begründet. „40 Prozent der Fracht kommt schon heute per LKW aus vielen Teilen Europas nach Frankfurt. Diese Fracht müsste schlicht umgeleitet werden“, so der Logistikexperte. „Insgesamt komme ich zu dem Ergebnis, dass die Cargo am Frankfurter Flughafen keine Nachtflüge braucht.“