Bundesratsinitiative für den Schutz von Zirkustieren Chance für den Tierschutz

Am 25.11. 2011 liegt es in der Verantwortung des Deutschen Bundesrates, Auftritte von Affen, Elefanten, Giraffen und Bären in deutschen Zirkussen zu verbieten. Der Agrarausschuss des Bundesrats votierte bereits zu Beginn des Monats für ein Wildtierverbot im Zirkus. Nun soll am Freitag das Plenum der Länderkammer diese Ausschussempfehlung absegnen.
„Der Druck auf Union und FDP im Bundestag, ihren Widerstand gegen ein Aus für die Dressur von Wildtieren im Zirkus aufzugeben, steigt damit“, hofft die tierschutzpolitische Sprecherin der SPD-Landtagfraktion in Hessen Dr. Judith Pauly-Bender, „die für Tierschutz zuständige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) ist dann von der Länderkammer aufgefordert, Wildtierhaltung in Zirkussen per Verordnung zu verbieten“.
Bereits 2003 hatte der Bundesrat einen Anlauf für ein Wildtierverbot unternommen, doch bislang fand sich im Bundestag keine Mehrheit dafür. Zunächst hatte die Bundesregierung versucht, die artgerechte Haltung von Zirkustieren per Leitlinie und per Überwachungsregister sicherzustellen. Doch hat sich nicht nur zwischenzeitlich erwiesen, dass die Überwachung generell kaum zu leisten ist; die Auffassungen von artgerechter Haltung sind zudem dem Wandel unterworfen. So wie die Zoos ihre Tierarten beständig verringern, um die artgerechte Haltung auch angemessen sicher stellen zu können, wandeln sich auch die Anforderungen an die Tierhaltung in Zirkussen.
Der neue Anlauf geht auf eine Initiative Hamburgs zurück. In einem Antragsentwurf heißt es zur Begründung, für bestimmte Tierarten sei eine artgerechte Haltung im Zirkus nicht möglich.
„Was der kurz entschlossene Zirkusbesucher gelegentlich nicht bedenkt", hat Pauly-Bender zufolge der Bundesrat erwogen, nachdem Hamburg die Dinge beim Namen genannt hat: Die Wildtiere verbringen einen Großteil ihres Lebens nahezu bewegungslos in engen Transportwagen, in Kleinstgehegen und Zelten, oft ohne artgleichen Kontakt und dann in der Manege.
Pauly-Bender: „Unser Grundgesetz will den Tierschutz und den Respekt vor dem Tier. Es ist unser aller Aufgabe, den Wildtieren ihre Lebensräume zu erhalten. Den Kindern gilt es, das Verständnis für die Tiere in unterschiedlichen Lebensräumen nahezubringen. Wildtiere brauchen unseren Schutz und unseren Respekt. Positiv ist, das diese Sensibilität nun parteiübergreifend erkannt wurde und der Fachausschuss des Bundesrates im Einklang mit allen Fraktionen entschieden hat. Der Bundesrat in toto wird dem Ausschuss hoffentlich folgen. Die Mehrheit im Deutschen Bundestag kann danach eigentlich nicht mehr wegschauen. Tierschutz ist ein Volksthema. Wer sich einmal wie der Bundesrat von den fachlichen Ausführungen des Hamburger Antrages, im Detail vor Augen führen lässt, dass für die mitgeführten Tiere von Zirkusromantik keine Rede sein kann, den kann das nicht kaltlassen," so Pauly-Bender.