Heike Habermann (SPD): Landesregierung torpediert inklusive Schule

Die bildungspolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion Heike Habermann hat der Kultusministerin vorgeworfen, das Gelingen der inklusiven Schule in Frage zu stellen.
„Mit der Vorlage des Haushaltsplanentwurfs 2012 beweist die Kultusministerin endgültig, dass die Lippenbekenntnisse zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte Behinderter an hessischen Schulen keinen Widerhall im Handeln der Landesregierung finden“, sagte Habermann am Dienstag in Wiesbaden. „Die ohnehin halbherzigen Regelungen zur Inklusion im neuen Schulgesetz sind bereits jetzt Makulatur.“

Habermann kritisierte, dass bei den 1000 zur Kürzung vorgesehenen Stellen für Lehramtsreferendare ein Viertel bei den Förderschulpädagogen gestrichen werden. „Von bisher 600 Ausbildungsstellen bleiben dann noch 372 – das ist ein Rückgang von fast 40 Prozent.“ Für die Umsetzung der Inklusion an den Regelschulen sei aber nicht nur die Fortbildung der Lehrkräfte an den allgemeinbildenden Schulen notwendig. Man brauche auch das entsprechende sonderpädagogisch ausgebildete Fachpersonal, um eine neue Förderkultur in den Schulen umzusetzen.

„Wer jetzt verhindert, dass Lehramtsstudierende mit den entsprechenden Förderschwerpunkten ihre Ausbildung beenden können, stellt das Gelingen der inklusiven Schule zur Disposition“, so Habermann. „Es ist das falsche Signal an Eltern und Lehrkräfte.“ Sie warnte davor, die Bedingungen für Inklusion so zu erschweren, so dass die Bereitschaft der Beteiligten sinke, gemeinsam an einer Realisierung zu arbeiten.
„Wir fordern Frau Henzler auf, die Kürzungen bei den Referendarsstellen insgesamt zurückzunehmen.“