Wolfgang Decker (SPD): Landesregierung versagt bei Bekämpfung des Fachkräftemangels

Der arbeitsmarktpolitische Sprecher der SPD Landtagsfraktion, Wolfgang Decker, hat anlässlich der Jahrestagung des Europäischen Sozialfonds (EFS) die Landesregierung für ihren mangelhaften Einsatz gegen den Fachkräftemangel gerügt. „Wie in vielen anderen Politikfeldern zeigt die Landesregierung auch hier wenig Innovation und Gestaltungswillen“, sagte der SPD-Politiker am Freitag in Wiesbaden.

Namhafte bundesweite Referenten hätten ausgeführt, welche Anforderungen zu erfüllen und dabei betont, dass Staat und Politik hierbei in besonderer Weise gefordert seien. Zu wesentlichen Handlungsfeldern gehörten dabei insbesondere ein besseres Schulbildungssystem, bessere Rahmenbedingungen für Ausbildung und noch größere Anstrengungen bei der Qualifizierung, gerade auch bei Langzeitarbeitslosen und älteren Arbeitnehmern.

„Die Vorträge der Experten haben schonungslos offengelegt, dass die Landesregierung exakt in diesen Feldern versagt“, so Decker. Blicke man nach Hessen, sehe man nach wie vor ein Schulsystem, dass mehr auf Auslese statt Chancengleichheit setze. Gleichzeitig blicke man auf die Streichung von Ausbildungsförderung und Kürzung des Schulgeldes in der Altenpflegeausbildung durch CDU und FDP. Abgerundet wird dieses negative Bild dadurch, dass die Landesregierung bei der Kürzung von Qualifizierungsmitteln für Langzeitarbeitslose kritiklos mitmache.

Im Gegensatz zu vielen hessischen Unternehmen und Handwerkern, die inzwischen erkannt hätten, mehr für Qualifizierung und Gewinnung von Fachkräften tun zu müssen, sei das politische Handeln der Landesregierung kontraproduktiv. „Diese Fachtagung war sehr aufschlussreich und deshalb lobenswert. Bedauerlich ist jedoch, dass Sozialminister Grüttner zwar einen Bewusstseinswandel fordert, aber mit seiner Landesregierung selbst nicht aktiv dazu beiträgt“, so Decker abschließend.