Kassel-Calden nicht durch schlechtes Kostenmanagement in Gefahr bringen

Bei den heutigen Beratungen zu den erneuten erheblichen Kostensteigerungen beim Ausbau des Flughafen Kassel-Calden in Nordhessen im Haushaltsausschuss des Hessischen Landtages hat das Mitglied des Haushaltsausschusses, Wolfgang Decker (SPD), dem Finanzminister vorgeworfen, mit immer neuen Kostensteigerungen dem Image des neuen Flughafens erheblich zu Schaden. „Der dilettantische Umgang mit wichtigen Infrastrukturinvestitionen belastet nicht nur den Landeshaushalt, sondern gefährdet auch die breite Akzeptanz des Flughafens“, erklärte der SPD-Politiker heute in Wiesbaden. Die SPD-Landtagsfraktion bekräftigte erneut, dass sie den Ausbau des Verkehrsflugplatzes Kassel-Calden aus regionalwirtschaftlichen Gründen zu einem leistungsfähigen Regionalflughafen für den Geschäfts-, Touristik- und Frachtverkehr unterstütze. Der Ausbau leiste einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur und des Logistikstandortes Nordhessen und werde von einer Mehrheit in der Bevölkerung der Region getragen.

Die SPD sei überzeugt, dass die Zukunft der wirtschaftlichen Entwicklung in Nordhessen nicht allein in schöner Landschaft und ökologischem Landbau liegen könne, so Decker. „Die wirtschaftlichen Stärken Nordhessens, die sowohl die Logistikbranche als auch die Erneuerbare-Energien-Industrie umfassen, werden durch den Ausbau nordhessischer Verkehrsinfrastruktur unterstützt.“ Die weiteren Kostenerhöhungen zeigten jedoch, dass der Finanzminister das Projekt nicht im Griff habe. „In Kassel-Calden laufen die Kosten aus dem Ruder und in Frankfurt gefährdet der Wortbruch beim Nachtflugverbot die Akzeptanz.“

Es gehe hier nicht nur um Beton, sondern vielmehr um eine umfassende Wirtschafts-, Forschungs- und Technologiepolitik. Deswegen habe die SPD mit Unterstützung der Regierungsfraktionen die Landesregierung aufgefordert, unter Beteiligung der Universität Kassel, dem Kompetenznetzwerk für Dezentrale Energietechnologien (deENet), dem House of Logistics and Mobility und der Wirtschaft in Hessen, ein Konzept zu erarbeiten, das unter anderem luftfahrtaffine und technologieorientierte Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen am Standort integriert und Kassel-Calden damit zu mehr als einem weiteren deutschen Regionalflughafen entwickelt.

„Sonnenblumenromantik ist keine Zukunftsperspektive für Nordhessen. Wir brauchen eine nachhaltige Infrastrukturpolitik, die mehr ist als Beton und zukunftsfähige Arbeitsplätze schafft“, so Decker abschließend.