Lisa Gnadl (SPD): Hessische Landesregierung muss die Bildung stärken

Die SPD-Landtagsabgeordnete Lisa Gnadl hat die Landesregierung anlässlich der Ersten Lesung der Novelle des Hessischen Weiterbildungsgesetzes (HWBG) aufgefordert, den als Schlagwort genutzten Begriff des „lebensbegleitenden Lernens“ endlich mit Substanz zu füllen. „Volkshochschulen und anderen Träger in Hessen sorgen tagtäglich mit ihrem Bildungsangebot dafür, dass Menschen lebensbegleitend lernen können. Um dies auch weiter zu fördern, muss die Regierung die entsprechenden gesetzlichen und finanziellen Rahmenbedingungen schaffen“, so die SPD-Abgeordnete.

Der Gesetzentwurf der Landesregierung enthalte einige positive Weiterentwicklungen, etwa im Bereich E-Learning, bedeute in einigen Regelungsbereichen aber auch Stillstand. So wolle die Landesregierung in der Weiterbildung und beim lebensbegleitenden Lernen weiterhin jährlich nur 200 000 Unterrichtsstunden hessenweit fördern, obwohl der Weiterbildungsbericht Hessen 2010 fordere, dass „das jetzige Finanzierungsvolumen auf jeden Fall angemessen erweitert werden“ solle.

„Erschwerend kommt hinzu, dass selbst für die geförderten Unterrichtsstunden die Förderung seit zehn Jahren unverändert bei 25 Euro pro Stunde liegt. Bedenkt man den seither eingetretenen Kaufkraftverlust, dann sieht man, dass hier Stillstand in Wirklichkeit schon Rückschritt bedeutet“, rechnete Gnadl vor.

Ähnliches gelte für die Zuschüsse des Landes an den Landesvolkshochschulverband, die seit dem Jahr 2000 nicht mehr erhöht worden seien. Daher fordere die SPD-Fraktion im Hessischen Landtag eine stärkere Bezuschussung der Unterrichtseinheiten durch das Land, sowohl hinsichtlich des geförderten Stundenumfangs, als auch hinsichtlich der Förderhöhe für die einzelnen Stunden. „Mit lediglich sechs Prozent Landesanteil liegt Hessen bei der Weiterbildungsförderung am Ende der Bundesländer. Das passt mit dem Slogan vom Bildungsland Hessen nicht zusammen“, so die SPD-Abgeordnete.