Petra Fuhrmann (SPD): Große Logistikzentren erschweren Verbraucherschutz

Die verbraucherpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion, Petra Fuhrmann, sieht den Bau des neuen Logistikzentrums der transGourmet Foodservice Immobilien GmbH in Riedstadt mit sehr gemischten Gefühlen entgegen. Es sei zwar erfreulich, dass das neue Großzentrum nach aktuellen Gebäude- und Energiestandards gebaut werde und es einen direkten ÖPNV-Anschluss für die MitarbeiterInnen gebe. Allerdings müsse auch gesehen werden, dass das neue Zentrallager der REWE-Tochterfirma einen größeren Lieferradius als die bisherigen Standorte in Darmstadt und Groß-Gerau habe und damit anfälliger sei, wenn Lebensmittelkontrollen, wie im aktuellen EHEC-Fall, versagen. „Es ist ein Irrsinn, immer weniger Logistikzentren zu schaffen, die immer mehr Lebensmittel an immer mehr Standorte in immer mehr Bundesländer liefern“, sagte Fuhrmann.

Damit begünstige die neue Struktur die Verbreitung verseuchter oder kontaminierter Lebensmittel, weil viel mehr Menschen mit den ausgelieferten Waren in Berührung kämen. Da das neue Logistikzentrum nicht nur Großkunden im Rhein-Main, sondern auch im Rhein-Neckar-Gebiet versorge, stelle sich die Frage, ob derartig große Mengen an Lebensmitteln durch die Lebensmittelüberwachung überhaupt noch zuverlässig kontrolliert werden können. Fuhrmann forderte die Landesregierung auf, dafür zu sorgen, dass in Logistikzentren wie diesen, mehr Lebensmittelkontrollen stattfinden und gegebenenfalls Personal dauerhaft vor Ort eingesetzt werde.

Fuhrmann kritisierte auch, dass durch zentrale Logistikzentren mehr Produkte längere Transportwege hätten. Das sei nicht immer notwendig und auch nicht im Sinne der Kunden. „Verbraucher schätzen regionale Lebensmittel, doch die sind in Supermärkten noch die Ausnahme“, so die SPD-Politikerin. Sie appellierte an die Großkonzerne, insbesondere bei frischen und saisonalen Produkten auf regional erzeugte Lebensmittel zurückzugreifen. Regionale Äpfel sechs Monate lang im Kühlhaus zu lagern, sei ökologisch sinnvoller als importierte Artgenossen aus Neuseeland, die über 20.000 Kilometer per Schiff und Lkw hinter sich haben, in die Regale zu legen, so Fuhrmann.